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Rathaus Nachrichten

12.09.2003

Jüdischer Friedhof in Zwickau heute nach Instandsetzung übergeben

Jüdischer Friedhof in Zwickau heute nach Instandsetzung übergeben

Im Beisein von Oberbürgermeister Dietmar Vettermann, dem Landesrabbiner Dr. Salomon Almekias Siegl, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Chemnitz Siegmund Rotstein, dem Vorsitzenden der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. Zwickau Rolf Sieber und Zwickauer Bürgerinnen und Bürgern fand heute die Übergabe des instandgesetzten Jüdischen Friedhofes statt.In der Nacht vom Ostersonntag zum Ostermontag (20./21. April 2003) war er geschändet worden. Von insgesamt 64 Grabsteinen wurden 54 umgeworfen und fünf schwerst beschädigt. In den letzten Monaten sind die Spuren der Schändung durch Mittel aus dem städtischen Haushalt und erheblichen Eigenleistungen des Garten- und Friedhofsamtes von ca. 42.000 Euro beseitigt worden. Fünf Grabsteine mussten völlig neu hergestellt werden. Bei der Rekonstruktion ihrer hebräischen Inschriften half die Religionslehrerin jüdischer Gemeinden Sachsens Dr. Ruth Röcher. Zur Entlastung des städtischen Haushaltes wurde ein Antrag auf Bewilligung von Fördermitteln beim Sächsischen Landesamt für Familie und Soziales gestellt.Eine weitere Entlastung soll der bis Jahresende eingegangene Betrag auf das von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. Zwickau eingerichtete Spendenkonto erbringen. Derzeit stehen 7.377 Euro (Stand: 08.09.03) zu Buche. Für diese Summe sorgten u. a. das SOS-Kinderdorf, Zwickauer Kirchen, eine Partei, Zwickauer Bürger und Spender aus anderen Städten. Weitere finanzielle Hilfen sind erwünscht (s. u.).Die Nachricht der Friedhofschändung sorgte im April landesweit für große Bestürzung. Fassungslos über das Geschehene wurden von vielen Seiten die angerichteten Zerstörungen verurteilt und waren Anlass für eine Vielzahl von Aufrufen und Erklärungen zu dieser Freveltat. Zwickaus Oberbürgermeister Dietmar Vettermann versicherte:"Die Stadt Zwickau ist fest entschlossen, den geschändeten Friedhof schnellstens wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Wir alle können - und wollen es gewiss auch - dazu beitragen."Die sofort aufgenommenen Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsschutz verliefen bislang jedoch ergebnislos.Die Friedhofschändung war auch ein beherrschendes Thema bei den "Tagen der Demokratie und Toleranz" im Zwickauer Raum vom 8. bis 17. Juni 2003, die vom Bündnis für Demokratie und Toleranz veranstaltet wurden.Alle Bürger und demokratisch Gesinnten der Zwickauer Region wünschen, dass besonders dieser Friedhof von erneuten Schändungen verschont bleibt.Spendenkonto:Das von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e. V. Zwickau eingerichtete Spendenkonto bei der SchmidtBank Zwickau bleibt noch bis Jahresende für weitere Spenden offen: Konto-Nr. 450006173BLZ 78030070Verwendungszweck Jüdischer FriedhofHistorischer Hintergrund: Im Jahre 1905 wurde durch die Israelitische Religionsgemeinde Zwickau das Grundstück des heutigen Jüdischen Friedhofes von der Stadt Zwickau erworben.1938 wurden von nationalsozialistischen Vandalen die Grabsteine umgeworfen und später sogar Messingbuchstaben von den Grabsteinen abgeschlagen, so dass nur ein blanker Grabstein an die Toten mahnt.Seit November 1948 befindet sich der Friedhof im Eigentum der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.Die Stadt Zwickau betreut den verwaisten Jüdischen Friedhof (letzte Beisetzung am 31.5.1989 als Ausnahme).Für die Pflege und Instandhaltung werden jährlich Mittel von der Stadt und Zuschüsse vom Sächsischen Landesamt für Familie und Soziales bereit gestellt.

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Letzte Änderung: 23.07.2008 | *eSignatur