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DIE CURIEUSE BIBLIOTHEC

Bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts dienten Bibliotheken über ihre Funktion als Hort des Wissens hinaus zugleich als ein gegenständliches Abbild der gesamten bekannten Welt. Auch die RSB gewann im Laufe der Jahrhunderte den Charakter einer solchen Universalsammlung, indem neben Handschriften und Drucken zugleich verschiedenste Objekte aus praktisch allen Gebieten - u.a. Münzen, Gemälde, Artefakte aus Flora und Fauna, Waffen und wissenschaftliche Instrumente, aber auch Alltagsgegenstände - in den Bibliotheksbestand eingegliedert wurden.

Zwar entledigte man sich dieser "Wunderkabinette" in der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder, dennoch hat sich neben den Inventarverzeichnissen dieser Spezialsammlungen auch das ein oder andere Exponat selbst bis in die heutige Zeit in der Bibliothek erhalten. Darüber hinaus fördert die Bearbeitung von Nachlässen Zwickauer Gelehrter immer wieder Überraschendes zutage.    

DIE CURIEUSE BIBLIOTHEC stellt seltene und seltsame, mitunter nicht ganz ernstzunehmende Stücke aus den Beständen der RSB vor; meist handelt es sich dabei um Zufallsfunde, die bei der täglichen Arbeit am Bestand entdeckt werden.   

 

Von Kollektengroschen und Fußbädern 

Zum Liturgica-Bestand der Ratsschulbibliothek, der durch Neuerwerbungen ständig ergänzt und erweitert wird, zählt auch eine große Zahl protestantischer Gesangbücher vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

In ihrer Gesamtheit dokumentieren sie die Entwicklung des Gemeindegesangs in Deutschland einerseits, sind aber aufgrund ihrer vielfachen Verwendung als Hausbuch genauso für mentalitätsgeschichtliche wie genealogische Fragestellungen von besonderem Interesse. Als Gebrauchsgegenstand und unverzichtbarer Teil der religiösen Alltagskultur bieten Gesangbücher Momentaufnahmen aus dem Leben ihrer Besitzer: handschriftliche Einträge stellen nicht nur Liedergänzungen dar und dokumentieren regionale Sonderformen der Gesangspraxis, auf den Leerseiten finden sich auch häufig die ersten ungelenken Schreibversuche der vielfach noch jungen Besitzer, Porträts und Zeichnungen von Alltagssituationen bis hin zu manch derber Schmiererei unsittlichen Inhalts. Mindestens ebenso zahlreich sind gegenständliche Einlagen - gepresste Pflanzenteile, Einkaufslisten, Bonbonpapier...

Ein Exemplar (RSB Sign. 55.7.25) des "Dresdenischen Gesangbuches" (diese Ausgabe um 1820 gedruckt) aus dem Besitz der Familie des Johann Michael Schuster aus Korna/Arnoldsgrün (heute Schöneck/Vogtl.) war wohl bis ins 20. Jahrhundert in Gebrauch, zumindest lässt die zwischen defektes Titelblatt und nachfolgendes Inhaltsverzeichnis eingelegte und heute mit der nachfolgenden Seite fest verbundene Zehn-Pfennig-Münze aus dem Jahr 1910 diesen Schluss zu.

Sicher sollte die Kleinmünze als sprichwörtlicher Kollektengroschen beim Gottesdienst im Klingelbeutel landen, verblieb stattdessen aber an ihrem Ort - vielleicht um nach dem Kirchgang doch besser „leibliche" Bedürfnisse ihres Besitzers zu befriedigen. Oder sollte davon das auf dem hinteren fliegenden Blatt des Gesangbuches zur Gedächtnisstütze notierte Fußbad ("Saltrat Rodell") käuflich erworben werden...? 

Dresdenisches Gesangbuch um 1820, defekter Titel

Dresdenisches Gesangbuch (um 1820), defekter Titel

Liedübersicht mit Kollektengroschen

Liedübersicht mit Kollektengroschen

Eine Geburtstagsgabe für Dr. Eduard Flechsig

Während der Buchbestand der umfangreichen Privatbibliothek des Zwickauer Juristen Eduard Flechsig, der seine Sammlung 1872 der Stadt Zwickau testamentarisch übereignete, bereits Anfang des 20. Jahrhunderts katalogisiert wurde, blieben die handschriftlichen Zeugnisse des Nachlasses im Wesentlichen bis heute unerschlossen. Neben wichtigen Manuskripten zur Frühzeit des Liberalismus in Sachsen finden sich auch stadt- und mentalitätsgeschichtlich interessante Objekte in diesem Bestand. Zu ihnen gehört dieser, leider undatierte und ohne Absender überlieferte, originelle Geburtstagsgruß: Eine ausgeschnittene Spielkartenfigur überbringt das Glückwunschgedicht in Form einer unter den Arm geklemmten Rolle.

Signatur: Fl.4.1.1.(129b)

Spielkartenfigur mit BriefBild vergrößern

Fl.4.1.1.(129b) - Spielkartenfigur mit Brief

Geöffnetes GlückwunschschreibenBild vergrößern

Fl.4.1.1.(129b) - Geöffnetes Glückwunschschreiben

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Spielkartenfigur mit Brief

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Letzte Änderung: 01.03.2016 | *eSignatur