Grundschüler der Schule am Scheffelberg haben erstmals (symbolisch) gewählt

veröffentlicht am: 16.09.2021

Das Amt für Familie, Schule und Soziales informiert:

Kinder werden mit Wahlablauf und Bedeutung der eigenen Meinung vertraut gemacht

Zwickau hat gewählt! Na ja … zumindest die Kinder der sieben 3. und 4. Klassen der Schule am Scheffelberg. Die 9 bis 11-Jährigen durften heute Vormittag ein erstes Mal (symbolisch) wählen gehen - natürlich freiwillig und anonym. Die Grundschule im Stadtteil Eckersbach beteiligte sich erstmals an der bundesweiten U-18-Wahl, einer Initiative, die Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren altersgerecht vermittelt, wie in der Welt der Erwachsenen eine politische Wahl abläuft. Die Teilnahme an der U-18-Wahl mit Kindern dieser Altersgruppe ist für Zwickau einzigartig und gleichermaßen ein kleines Experiment, denn so junge Wählerinnen und Wähler hat es hier noch nicht gegeben!

Alle wahlberechtigten Kinder erhielten vorab eine Wahlbenachrichtigung und im Rahmen des Klassenleiterunterrichtes die wichtigsten Infos zur U-18 und der anstehenden Bundestagswahl am 26. September - verständlich kindgerecht erklärt. Schulintern einigte man sich auf vier Themenbereiche, zu denen die 9 bis 11-jährigen bereits einen Bezug haben: Familie, Bildung, Umwelt und Digitalisierung. Anhand dieser wurde dann geschaut, was in den Wahlprogrammen von den sechs derzeit im Bundestag vertretenen Parteien geschrieben steht. (Alle Parteien und Programme zu berücksichtigen, wäre eine zu große Herausforderung für die Kinder gewesen.) So hatte jedes Kind die Möglichkeit, sich anhand eigener Interessen spielerisch mit der Politik auseinanderzusetzen, seine eigene (politische) Meinung zu bilden, Parteiprogramme zu hinterfragen und mit den eigenen Vorstellungen und Wünschen zu vergleichen, um am Ende eine Wahlentscheidung treffen zu können.

Für die U-18-Wahl stand heute ein eigens für die Wahl umfunktionierter Raum im Schulgebäude zur Verfügung, um einen weitestgehend identischen Ablauf eines demokratischen Wahlgangs vermitteln zu können. Ausgestattet war dieser sogar mit echten Wahlkabinen und Wahlurnen, die seitens der Stadtverwaltung bereitgestellt wurden. 

Punkt 8 Uhr öffnete das Wahlbüro. Eingelassen und wählen durfte natürlich nur, wer seinen Wahlschein dabeihatte – wie bei den Erwachsenen auch. Allerdings drückten die Wahlhelfer hier und da mal ein Auge zu und erlaubten auch die Vorlage des Hausaufgabenheftes. Mit zwei Stimmzetteln (Erst- und Zweitstimme für Direktkandidaten und Partei) in der Hand verschwand ein Kind nach dem anderen in der Wahlkabine, wählte und warf die Stimmzettel anschließend voller Stolz in die Wahlurne.

Am Rande der Wahl war zu erfahren, was die Kids derzeit am meisten beschäftigt: umweltrelevante und soziale Themen. (siehe Anhang).

Pünktlich 12 Uhr schloss das Wahlbüro. Dann ging´s ans Auszählen. Insgesamt 98 von 135 wahlberechtigten Schülerinnen und Schülern beteiligten sich an der symbolischen Wahl. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 72 Prozent.

Aufregend und spannend war´s, darin sind sich die Schülerinnen und Schüler und die an der Wahl beteiligten Pädagoginnen einig. „Es lief alles wunderbar und wie am Schnürchen.“ freut sich Schulleiterin Claudia Rätz. „Ein ganz besonderes großes Dankeschön möchte ich noch loswerden: Dieses gebührt vor allem den engagierten Eltern, die ihren Sprösslingen zusätzlich den Rücken stärkten und sie zur Teilnahme an der U-18-Wahl motivierten. Damit haben sie auch uns enorm unterstützt! Die meisten fanden den Wahltag heute auch echt cool, sodass wir bei der nächsten U-18-Wahl sicher wieder mit dabei sein werden.“ Und Schulsozialpädagogin Cindy Flade ergänzt: „Wer oder welche Partei letzten Endes gesiegt hat, fällt eigentlich nicht so ins Gewicht. Wichtig war uns, den Kindern spielerisch zu vermitteln, wie eine richtige Wahl abläuft und wie wichtig vor allem eine eigene Meinung ist und was diese bewirken kann.“

Das Wahlergebnis der Schule am Scheffelberg wird morgen, Freitag, 17. September, an die lokale Koordinierungsstelle im Alten Gasometer gemeldet. Diese sammelt auch weitere ausgezählte Stimmen aller Wahllokale der Stadt Zwickau und leitet sie weiter nach Dresden und Berlin. Einfließen in die Ergebnisse der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September 2021 werden diese aber nicht. Die Kinder- und Jugendwahl U18 ist eine bildungspolitische Initiative in Deutschland, bei der Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ihre Stimmen bei Wahlen nur symbolisch abgeben können. Die U18-Wahl gibt’s seit 1996 und soll die politische Bildung und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen fördern. Das Kinder- und Jugendwahlprojekt U18 ist unabhängig und parteienneutral.