Stadt feiert erstmals lokalen Gedenktag an die friedliche Revolution

veröffentlicht am: 17.10.2014

Die Stadt Zwickau gedachte gestern - 25 Jahre nach dem ersten Friedensgebet - der politischen Wende. Erstmals wurde damit der im April beschlossene lokale Gedenktag an die friedliche Revolution begangen. In einer Feierstunde sprachen die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Dr. Pia Findeiß, sowie Erwin Killat, Ehrenbürger Zwickaus und einer der Wegbereiter der damaligen Bürgerbewegung. Zugleich wurde die Ausstellung „Aufbruch zur Mündigkeit" eröffnet, die noch bis 8. November im Rathausfoyer zu sehen ist.

Während die Oberbürgermeisterin besonders dazu anhielt, sich auch heute intensiv für demokratische Verhältnisse zu engagieren, erinnerte Killat daran, dass die friedliche Revolution keine Momentaufnahme des Jahres 1989 war, sondern vielmehr einen Prozess darstellte. Dieser entwickelte sich im Laufe der 1980er Jahre und fand trotz staatlicher Repressalien immer mehr Zuspruch unter der Bevölkerung. Bei allen Schwierigkeiten, mit denen alle Akteure der Proteste zu kämpfen hatten, stellte er klar: „Wir waren keine Helden."

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung im Bürgersaal des Rathauses mit jungen Gästen aus Lettland - dem Chor Pa Saulei aus Riga. Erwin Killat ließ es sich nicht nehmen, auch an sie ein paar Worte zu richten und bat um einen Dolmetscher aus den Reihen der Choristen. Dem kam die junge Sängerin Jana Kali?a gern nach. Killat sagte, er habe damals mit großem Interesse und großer Sorge die Entwicklungen in der ehemaligen Sowjetunion verfolgt und sei froh, diese jungen Leute heute hier zu wissen. Er wünschte Ihnen für die Zukunft trotz bestehender wirtschaftlicher und sozialer Probleme viel Kraft und Mut, die eigenen Wege zu beschreiten. Für Beifall sorgte sein Schlusswort, er finde sie so sympathisch und würde sie sofort als Enkel in den Kreis der Familie aufnehmen. Der Chor weilt im Rahmen des Internationalen Robert-Schumann-Chorwettbewerbs in der Stadt.

Zum Schluss eröffnete die Oberbürgermeister noch die Sonderausstellung „Aufbruch zur Mündigkeit", die durch den ehemaligen Pfarrer der Marienkirche, Dr. Edmund Käbisch, konzipiert wurde. Sie gibt detaillierten Einblick zu den Gesichtern und Geschehnissen des Wendeherbstes in Zwickau. Auf 28 Tafeln wird die Zwickauer Bürgerbewegung in den 1980er Jahren dokumentiert, die zur friedlichen Revolution im Jahr 1989 beitrug. Es werden über 30 Akteure und ihr mutiges Handeln vorgestellt. Abends fand schließlich noch das Friedensgebet im Dom statt.

Der lokale Gedenktag an die friedliche Revolution war im Frühjahr vom Bündnis für Demokratie und Toleranz vorgeschlagen worden. Bewusst orientierten die Initiatoren auf den 16. Oktober, an dem 1989 das erste Friedensgebet in der Stadt stattgefunden hatte. Der Stadtrat folgte diesem Ansinnen und beschloss am 24. April die entsprechende Satzung.

Oberbürgermeisterin Pia Findeiß bei der Gedenkveranstaltung. Im Hintergrund der lettische Chor Pa Saulei.
Bürgerrechtler und Ehrenbürger Erwin Killat bei seiner Asnprache
Die Ausstellung "Aufbruch zur Mündigkeit" it noch bis 8. November im Rathaus zu sehen. Im Bild: Pia Findeiß, Stadtrat Friedrich Hähner Springmühl (links) und leicht verdeckt: Dr. Edmund Käbisch.
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