Fassadengestaltung am Hort-Neubau der Bebelschule in Oberhohndorf

Für den Neubau des Hortes Oberhohndorf war ein Vorschlag für eine künstlerische Arbeit zur Gestaltung der Außenfassade zu entwickeln. In die Fassadengestaltung sollte jeweils ein Element bzw. ein Detail aus dem im Vorfeld durchgeführten Kinderideenwettbewerb der Horteinrichtung eingearbeitet werden und sich wiederfinden. Der Schriftzug „Hort“ sollte zudem in die Gestaltung integriert werden.

Zusätzlich zur Fassadengestaltung waren im Innenbereich, an fünf Stellen in den Fluren, dekorative Elemente jeweils in der Größenordnung von einem Quadratmeter geplant, die Teilelemente aus der Fassadengestaltung enthalten und somit im Innenbereich wiederkehren. 

Den Zuschlag erhielten die beiden Künstler Julian Modica und Lena Nikcevic. Ihr Entwurf trägt den Titel „Jeder ist für jeden da!“ – der aus dem Ideenwettbewerb der Kinder des Hortes entstand. Die beiden erläutern ihre Wahl wie folgt: „In diesem Satz stecken zum einen der christliche Grundgedanke des Helfens, aber auch der zeitgenössische Gedanke der Solidarität. Daher haben wir nach symbolischen Bildern gesucht, die verschiedene Grundaspekte dieser Idee untermalen können. Für die künstlerischen Interventionen haben wir einen abstrakten Hintergrund gewählt, der einer imaginären Traumlandschaft entsprungen sein könnte. Dieser Hintergrund ist auf allen Elementen im Innen und Außenbereich zu finden. Bei der Fassadengestaltung haben wir den Schwerpunkt auf die beiden Schriftzüge (Hort Oberhohndorf – Jeder ist für jeden da!) gelegt, und die Sonne, einen Regenbogen und Wolken mit Regentropfen integriert. Die Sonne ist ein Symbol für das Leben, wie das Wasser auch. Diese beiden Elemente ermöglichen einfache Wunder wie den Regenbogen, aber auch Pflanzenwachstum und soviel anderes, wie auch unser Leben.“

Für die fünf Paneele im Innenraum wurde jeweils ein symbolisches Bild ausgewählt: Das Haus mit zwei Kindern steht für Geborgenheit, die man in einem Haus mit der Familie oder anderen Menschen finden kann.

Der Vogel steht für eine schützenswerte Tierwelt – für die man als Mensch auch da sein kann, aber auch für die Freiheit, die das Erwachsenwerden schließlich bedeutet sowie die Freiheit, die man durch das Lernen erreicht, so wie ein Vogel das Fliegen lernt.

Die Blumen stehen für die Kraft der Natur – Auch hier ist der Leitsatz anzuwenden, denn sowie die Natur für den Menschen da ist, muss umgekehrt der Mensch auch für die Natur sorgen – etwas zurückgeben – sie hegen und pflegen.

Der Fußballspieler steht für die Begeisterung am Sport, Bewegung und das Miteinander, denn Fußball ist ein Sport, bei dem man für das Team gewinnt.

Die Familie schließlich steht für Liebe und ist damit die Basis für ein gesundes Wachsen.

Für die figurativen Darstellungen wurden die Zeichnungen der Kinder aus dem Ideenwettbewerb verwendet, um den Kindern eine Teilhabe am Projekt zu ermöglichen. Damit machen sich die Kinder am Ende „Ihren“ Hort zu eigen und dies trägt zum Wohlfühlen bei.
Für die Außenfassade wird das Mosaik aus Glassmalten, Fließen und Marmor auf Glasfasernetz aufgetragen und anschließend verfugt. Im Innenbereich sitzt es auf Wabenverbundplatten. Alle Mosaikteile werden von Hand geschlagen und verleihen dem Gesamtwerk einen frischen Ausdruck.

Die Künstler

Julian Modica wurde 1974 in München geboren. Er studierte in Spilimbergo (Italien) an der Mosaikschule bei Giulio Candussio und schloss sein Studium 2001 mit dem Diplom ab.
Von 2004 bis 2017 lebte und arbeitete er in Frankreich bevor er nach Sari Bar/Montenegro zog. Seit 2018 lebt und arbeitet er wieder in seiner Geburtsstadt München.
Er ist Mitbegründer der internationalen Künstlergruppe MOSAÏZM, die es seit 2006 gibt und die immer wieder mit gemeinsamen Projekten und Ausstellungen aktiv ist.
2011 wurde ihm der Orsoni International Mosaic Fine Art Award verliehen. Zudem war er für die Endauswahl des Meilleur Ouvrier de France zugelassen.

Lena Nikcevic wurde 1977 in Podgorica (Montenegro) geboren. Sie studierte von 1998 bis 2001 an der Akademie der bildenden Künste in Cetinje, darauf folgte der Master an der Akademie der bildenden Künste in Tours (Frankreich).
Seit September 2018 lebt sie bei München. Ihre Werkesind Teil zahlreicher Privatsammlungen im In- und Ausland sowie zahlreicher institutioneller Sammlungen in Frankreich. Ihr erstes illustriertes Buch für Kinder und Erwachsene erschien vor Kurzem im Verlag Elan Vert in Frankreich erschienen.
Zusammen mit Annie Catelas und der Firma Clen rief sie die Ateliers des la Morinerie ins Leben. Ein multipler Workspace für Künstler und Kreative mit ca. 80 Ateliers in den Bereichen frei Kunst, visuelle Kunst, dekorative Kunst, Schauspiel, Musik und Kunsthandwerk auf einer Fläche von ca. 15.000 Quadratmetern.