Ankauf eines skulpturalen Modells der Installation „The Big Freeze“ von Till Exit für die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU

veröffentlicht am: 28.08.2020

Das Kulturamt informiert:

Die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum sind um ein Exponat reicher. Mit großzügiger Unterstützung der Hermann-Ilgen-Stiftung, Dresden, hat das Museum ein skulpturales Modell von der monumentalen Installation „The Big Freeze“ von Till Exit – gezeigt im Rahmen der Stadtjubiläumsausstellung 2018 – erwerben können. Ab dem 28. August 2020 ist das Kunstwerk in der Dauerausstellung zu sehen.

2018 feierte die Automobil- und Robert-Schumann-Stadt Zwickau ihre erste urkundliche Erwähnung vor 900 Jahren. Im Rahmen des Jubiläums organisierten die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum ein Projekt, das die Stadt als komplexes Gebilde im sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Miteinander thematisierte. Sie lud zum Dialog ein, die Geschichte der Stadt zu erkunden und über ihre Gegenwart und Zukunft zu diskutieren. 
Der am Projekt beteiligte Künstler Till Exit beschäftigte sich mit seiner raumbezogenen Arbeit mit der Stadt als Projektionsfläche für Utopien. Seine monumentale, den ganzen Raum ausfüllende Skulptur war als Referenz an utopische Architekturen des 20. Jahrhunderts gedacht. Das nun erworbene Modell „The Big Freeze“ verbildlicht solche Utopien aus der Vergangenheit. Einerseits steht die Arbeit für einen zukünftigen Ort des Zusammenlebens, verweist aber gleichermaßen auf vergangene Wohnentwürfe: wie das Futuro-Haus des finnischen Architekten Matti Suuronen aus den 70er Jahren oder die nie bezogene, leerstehende Retorten-Architektur Shanzhi Pod City in Taiwan.
Bereits 1999 zeigte das Museum eine Installation des in Chemnitz geborenen Künstlers zum Thema Stadt. Diese Auseinandersetzung griff der Künstler erneut im Rahmen des Kunstprojektes zum Stadtjubiläum auf. Jetzt ist das 1:5 Modell für diese Installation in der Dauerausstellung zu sehen.

Till Exit ist mit dem Museum seit längerer Zeit verbunden. 1998 erhielt das Zwickauer Museum als Dauerleihgabe von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung die Werkgruppe „ARCHIV“, eine Dokumentation seiner wichtigsten Installationen in den 1990er Jahren. 2008 übergab der Künstler, der heute in Leipzig und Wien lebt, ein Konvolut an Objekten aus verschiedenen Schaffensphasen als Schenkung. In der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig ist zurzeit seine raumgreifende Installation BEYOND II aus dem Jahr 1995 zu sehen.
„Die Erwerbung für die Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum ermöglicht die Präsentation von Till Exits skulpturalen Modell zur Installation ´The Big Freeze` vor Ort über einen längeren Zeitraum und damit die intensive Auseinandersetzung der Museumsbesucher mit den beharrlichen Fragen des Künstlers nach dem utopischen Potential unserer Gesellschaft und den Chancen für Veränderung. 
Wir sind Till Exit und den Kunstsammlungen Zwickau, namentlich Dr. Petra Lewey, dankbar, dass sie das Anliegen der Hermann-Ilgen-Stiftung, zeitgenössische Künstler zu fördern und plastische oder dreidimensionale Arbeiten für den Bestand sächsischer Museen zu sichern, besonders engagiert unterstützten“, so Dr. Birgit Dalbajewa, Vorsitzende des Vorstands der Hermann-Ilgen-Stiftung.

Till Exit
Dank der großzügigen Unterstützung der Hermann-Ilgen-Stiftung, Dresden, konnte das Museum das skulpturale Modell der monumentalen Installation „The Big Freeze“ von Till Exit erwerben.
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