Projekt E-Com: Erste Ladesäule offiziell in Betrieb genommen

veröffentlicht am: 30.07.2021

Das Umweltbüro informiert:

Stadt Zwickau baut Ladenetz weiter aus

Am heutigen Freitag wurde im Beisein von Oberbürgermeisterin Constance Arndt auf dem Parkplatz Mauritiusbrücke/Alter Gasometer die erste öffentlich zugängliche Ladesäule symbolisch übergeben, die im Rahmen des Projekts E-Com errichtet wurde. Bis Herbst 2022 folgen weitere 51 Normal- sowie 2 Schnelladesäulen. Die Stadt Zwickau baut damit in Zusammenarbeit mit Partnern das Ladenetz aus, das schon jetzt im Bundesvergleich eine Spitzenposition einnimmt, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) jüngst betonte.

Das Verbundprojekt E-Com (E-Commuter, -munity, -municate) mit Gesamtkosten in Zwickau von rund 1,4 Mio. Euro wird zu 100 % durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie auf Basis des 2017 beschlossenen „Sofortprogramms Saubere Luft“ gefördert. Ziel ist, die Konzentration insbesondere an Stickstoffoxiden (NOx) in den von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Kommunen kurzfristig und nachhaltig zu verringern. 

Als eine Ursache für die Überschreitung von NOx-Grenzwerten wurden vor allem die Pendler (engl. Commuter) identifiziert. Die „Elektrifizierung“ des Pendlerverkehrs kann somit signifikant zur Senkung der NOx-Belastung beitragen. Um dies zu erreichen, ist jedoch auch ein gut ausgebautes Netz an Ladeinfrastruktur gerade auch im öffentlichen Raum notwendig.

Außerdem gilt es, die vorhandene Ladeinfrastruktur effizient zu nutzen und den weiteren Ausbau bedarfsgerecht zu steuern. Dazu werden geeignete Monitoring- und Kommunikationsplattformen benötigt, welche Nutzern und Akteuren über entsprechende Kanäle die spezifisch benötigten Informationen kommuniziert (engl. Communicate). Die angestrebte Reduzierung der Schadstoffemissionen durch Pendlerverkehre trägt somit allgemein zur Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheit in der Gesellschaft (engl. Community) bei.

Gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden und den weiteren Partnern Volkswagen Sachsen GmbH, der Westsächsischen Hochschule Zwickau und der Hochschule für Wirtschaft und Technik Dresden werden im Rahmen des Projektes in Dresden und Zwickau Modellregionen zur Demonstration des Abbaus von Netzausbauhemmnissen geschaffen. Die Hauptaufgabe der beiden Kommunen ist dabei der netzverträgliche Ausbau der Ladeinfrastruktur mit der Konzentration auf die Elektrifizierung von Pendlerströmen, vor allem in Kommunen, die von NOx-Grenzwertüberschreitungen betroffen sind (hier insbesondere Dresden).

Konkret ist für das Teilvorhaben der Stadt Zwickau geplant, bis zum Ende der Projektlaufzeit am 30. September 2022 ca. 52 Normalladesäulen und 2 Schnellladesäulen mit dementsprechend 108 Landepunkten zu errichten. Das Investitions- und Forschungsvorhaben „E-Com“ wird vom Dezernat Bauen unter der Federführung des Umweltbüros umgesetzt.

Um die Ziele zu erreichen, spielt die wissenschaftliche Begleitung der beiden Hochschulen eine wichtige Rolle, um den Aufbau von Ladeinfrastruktur im Hinblick der möglichen Netzlast zu untersuchen. Ein weiterer Schwerpunkt der wissenschaftlichen Begleitung sind Maßnahmen zur Erhebung von Daten, sowohl aus den errichteten Ladesäulen selbst als auch aus den ergänzend für ausgewählte Stellplätze vorgesehenen Bodensensoren der Firma Smart City System GmbH aus Fürth. Die dabei gewonnenen Ergebnisse werden in einer Plattform verarbeitet, um so den Nutzern und Akteuren zielgerichtete Informationen zur Verfügung zu stellen.

Mit der Eröffnung der Ladesäule am Parkplatz Mauritiusbrücke/Alter Gasometer ist ein erster wichtiger Schritt zur Zielerreichung für das Teilvorhaben der Stadt Zwickau geschafft. Schrittweise werden die weiteren Ladesäulen mit ihrem unverwechselbaren und eigens entwickelten Design im Stadtgebiet errichtet bzw. in Betrieb gehen. Geplant ist, bis Ende September 2021 insgesamt ca. 20 Normalladesäulen in Betrieb zu nehmen, die nächsten am Baikalcenter und an der Dortmunder Straße in Neuplanitz, an der Cainsdorfer Hauptstraße, an der Lessingstraße sowie am Westsachsenstadion. Die Verteilung aller zu errichtenden Ladesäulen erfolgt nach Vorgabe durch die Stadt Zwickau und erstreckt sich über das gesamte Stadtgebiet, um somit die Wohnquartiere mit Pendlereignung zu erschließen. Teilweise werden auch mehr als eine Ladesäule an einem Standort errichtet.

Die im Rahmen der Planung und Errichtung der ersten Standorte gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnisse fließen einerseits in die Umsetzung der nächsten Standorte ein und werden andererseits anderen Kommunen (insbesondere den Projektpartnern) zur Verfügung gestellt. Verantwortlich für die Errichtung und Betrieb im Auftrag der Stadt Zwickau bis zum 30.09.2027 ist die envia Mitteldeutsche Energie AG aus Chemnitz. Die Ladesäulen selbst stehen im Eigentum der Stadt Zwickau.

Dass Zwickau mit der Zahl der Ladesäulen bereits jetzt im Bundesvergleich eine führende Position einnimmt, belegt die Auswertung des BDEW-Ladesäulenregisters, die am 9. Juli veröffentlicht wurde. Im Vergleich der sogenannten Mittelstädte (Orte mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern) ist die viertgrößte Stadt Sachsens Spitzenreiter. Danach folgen nach Angaben des BDEW Baunatal, Esslingen, Landau in der Pfalz und Leinfelden-Echterdingen.

Mit dem Projekt „E-Com“ wird ein weiterer wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung Zwickaus zum Zentrum moderner Mobilität geschaffen sowie die Maßnahmen verschiedener städtischer Konzepte und Programme umgesetzt und ergänzt. Zu diesen gehören beispielsweise das kürzlich verabschiedete Elektromobilitätskonzept, die Kooperationsvereinbarung mit der Volkswagen Sachsen GmbH oder das Vorhaben „Z-MOVE 2025“.

OB Constance Arndt bei der Inbetriebnahme
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Die Ladesäulen sind in einem eigenen Design gehalten.
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E-Com wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .
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