Das Robert Schumann Konservatorium informiert:
Im sechsten Schumann Plus-Konzert verbindet der italienische Pianist Robert Schumann mit französischer Klaviermusik
Mit Luca Buratto kehrt am Sonntag, dem 27. September 2026, um 17 Uhr ein Künstler zurück auf die Bühne des Robert-Schumann-Hauses, der heute in den großen Konzertsälen der Welt zu Hause ist und mit Zwickau und Robert Schumann seine ganz eigene Verbindung hat. Als jüngster Teilnehmer im Fach Klavier wurde Buratto 2012 mit dem dritten Preis sowie dem MDR-Figaro-Publikumspreis des Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerbs ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt seines Konzerts steht Robert Schumanns Carnaval op. 9 – eines jener Werke, in denen sich Schumanns musikalische Fantasie, Charakterkunst und europäische Vernetzung besonders deutlich zeigen. Umrahmt wird es von Musik Johann Sebastian Bachs, Claude Debussys und Maurice Ravels. So entsteht ein Programm, das zwischen Deutschland und Frankreich, barocker Stilkunst und klanglicher Moderne vermittelt.
Gerade Schumanns Carnaval eignet sich dabei als Zentrum des Abends. Das Werk erschien nicht nur in Leipzig, sondern parallel auch in Paris. Für das französische Publikum nahm Schumann sogar Änderungen an der ursprünglichen Fassung vor. Die Verbindung nach Frankreich ist damit nicht bloß eine nachträgliche Programmlogik, sondern bereits im Werk selbst angelegt.
Auch die übrigen Kompositionen greifen diesen Gedanken auf. Bachs Ouvertüre im französischen Stil verweist auf die höfische französische Tradition, während Debussy und Ravel den Blick ins Paris des frühen 20. Jahrhunderts führen. Mit Ravels La Valse schließt sich zugleich ein weiterer Kreis: Buratto hat sich zuletzt intensiv mit dem französischen Komponisten beschäftigt und eine Gesamteinspielung von dessen Klavierwerk vorgelegt.
Damit erzählt der Abend mehr als eine Folge bedeutender Klavierwerke: Er verbindet Burattos persönliche Zwickauer Geschichte mit einem Programm, das musikalische Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich über mehrere Jahrhunderte hörbar macht.
Karten und Informationen
Eintrittskarten zum Preis von 12 Euro, ermäßigt 9 Euro, und sind an der Museumskasse des Robert-Schumann-Hauses zu den regulären Öffnungszeiten erhältlich. Restkarten werden an der Abendkasse angeboten.
Vorbestellungen sind unter Telefon 0375 834406 oder per E-Mail an schumannhauszwickaude möglich. Vorbestellte und nicht abgeholte Karten gehen 15 Minuten vor Konzertbeginn wieder in den freien Verkauf.
Luca Buratto (Klavier)
Der italienische Pianist Luca Buratto gab bereits 2003 im Alter von zehn Jahren sein Debütkonzert in Mailand. Er studierte unter anderem bei Davide Cabassi, Edda Ponti und Kirill Gerstein.
2012 erhielt er beim Internationalen Robert-Schumann-Wettbewerb Zwickau den dritten Preis sowie den MDR-Figaro-Publikumspreis. 2015 gewann Buratto den kanadischen Honens-Klavierwettbewerb. Seither trat er unter anderem in der Londoner Wigmore Hall und der New Yorker Carnegie Hall auf.
Zu seinen Einspielungen zählt eine CD mit Werken Robert Schumanns. Zuletzt erschien eine Gesamteinspielung des Klavierwerks von Maurice Ravel.
Programm
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Ouvertüre im französischen Stil BWV 831
Die Ouvertüre im französischen Stil erschien als Teil von Bachs Clavier-Übung II. Anders als der Titel zunächst vermuten lässt, handelt es sich nicht lediglich um einen einzelnen Eröffnungssatz, sondern um eine mehrteilige Suite. Auf die groß angelegte Ouvertüre folgen verschiedene Tänze nach französischem Vorbild.
Robert Schumann (1810-1856)
Carnaval op. 9
Robert Schumanns Carnaval zählt zu seinen bekanntesten Klavierwerken. Die einzelnen Charakterstücke zeichnen musikalische Szenen eines imaginären Maskenballs nach. Neben Figuren aus Schumanns persönlichem Umfeld treten auch seine musikalischen Alter Egos Florestan und Eusebius sowie Mitglieder des von ihm erdachten Davidsbündler-Kreises auf.
Eine besondere Verbindung des Werks besteht zu Frankreich: Der Carnaval war Schumanns erste Komposition, die parallel zur Drucklegung in Leipzig auch in Paris erschien. Für die französische Ausgabe nahm der Komponist Änderungen an der ursprünglichen Fassung vor.
Claude Debussy (1862-1918)
Études pour piano Nr. 8, Nr. 11
Claude Debussy komponierte seine zwölf Klavieretüden 1915 und widmete sie dem Andenken Frédéric Chopins. Im Konzert erklingen die Nummern 8 und 11.
Pour le Piano
Die dreisätzige Suite Pour le Piano entstand um die Jahrhundertwende und verbindet ältere musikalische Formen mit Debussys eigener Klangsprache. Sie gehört zu den bedeutenden frühen Klavierwerken des französischen Komponisten.
Maurice Ravel (1875-1937)
La Valse
La Valse entstand ursprünglich im Umfeld eines Ballettprojekts. Ravel vollendete das Werk 1920 als Poème choréographique und schuf neben der Orchesterfassung auch eine virtuose Bearbeitung für Klavier. Ausgangspunkt ist der Wiener Walzer. Ravel greift dessen charakteristische Rhythmen und Bewegungsmuster auf, verändert und verdichtet sie jedoch zunehmend.