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Strategischer Rahmen für Zwickaus Mobilitätsentwicklung bis 2040
Der Zwickauer Stadtrat hat den Verkehrsentwicklungsplan 2040 (VEP 2040) in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen. Damit verfügt Zwickau über einen langfristigen strategischen Rahmen für die Entwicklung von Mobilität und Verkehr bis zum Jahr 2040.
Der VEP betrachtet Fuß- und Radverkehr, öffentlichen Verkehr, Kfz- und Wirtschaftsverkehr als zusammenhängendes System. Zugleich verknüpft er die Mobilitätsplanung eng mit Fragen der Stadt-, Gewerbe- und Regionalentwicklung. Er bildet die Grundlage, um unterschiedliche Anforderungen an Mobilität, Erreichbarkeit und Stadtentwicklung künftig stärker aufeinander abzustimmen.
Baubürgermeisterin Silvia Queck erklärt: „Mit dem Verkehrsentwicklungsplan 2040 haben wir einen strategischen Kompass für die Mobilität unserer Stadt beschlossen. Zwickau steht vor Veränderungen – als Industriestadt und Automobilstandort ebenso wie durch den demografischen und wirtschaftlichen Wandel. Der VEP hilft uns, diese Entwicklungen vorausschauend zusammenzudenken und die richtigen Schwerpunkte für die kommenden Jahre zu setzen. Jetzt kommt es darauf an, aus dem beschlossenen Konzept Schritt für Schritt konkrete Verbesserungen für die Menschen und den Wirtschaftsstandortes Zwickau entstehen zu lassen.“
Unter dem Leitbild „Mobilität für eine starke Stadt“ rücken sichere, zuverlässige und gut nutzbare Mobilitätsangebote in den Mittelpunkt. Im Kern geht es um eine einfache Frage: Wie kommen Menschen und Güter künftig sicher, verlässlich und möglichst unkompliziert durch Zwickau? Gute Erreichbarkeit, Barrierefreiheit und Teilhabe oder attraktive öffentliche Räume spielen dementsprechend ebenso eine Rolle wie die Anforderungen eines leistungsfähigen Wirtschaftsstandorts. Konkret betrifft das beispielsweise die Frage, wie wichtige Wege zu Fuß und mit dem Fahrrad künftig weiterentwickelt, Gewerbestandorte zuverlässig erreicht sowie Parkraum und Verkehrsströme im Stadtgebiet organisiert werden können.
Ziele und Maßnahmen als Ergebnis eines umfangreichen Beteiligungsprozesses
Der Plan ist das Ergebnis eines mehrjährigen Planungs- und Beteiligungsprozesses. Bürgerinnen und Bürger, Politik und Verwaltung sowie Interessenvertretungen, Verkehrsunternehmen, Wissenschaft, Wirtschaft und weitere Akteure wurden in unterschiedlichen Formaten in den Prozess einbezogen. Neben umfangreichen Verkehrs- und Strukturdaten flossen dadurch auch Alltagserfahrungen, unterschiedliche Bedürfnisse und lokales Fachwissen in den Plan ein. Umfang und Vielfalt dieser Beteiligung waren für die Erarbeitung des VEP von besonderer Bedeutung.
Projektleiter Erik Höhne betont: „Der VEP ist nicht am Schreibtisch entstanden. Entscheidend war, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und daraus einen fachlich belastbaren Rahmen für die kommenden Jahre zu entwickeln. Besonders wichtig ist uns, dass der Plan nicht mit dem Beschluss endet. Die eigentliche Aufgabe beginnt jetzt: Maßnahmen gemeinsam mit den zuständigen Fachbereichen weiterzuentwickeln, sinnvoll mit laufenden Vorhaben zu verknüpfen und Schritt für Schritt in die Umsetzung zu bringen.“
Konkret definiert der VEP Zielnetze für Fuß-, Rad-, öffentlichen und Kfz-Verkehr und zeigt auf, wie diese künftig weiterentwickelt werden sollen. Die Zielnetze machen sichtbar, welche Wege und Verbindungen künftig besonders wichtig sind. Dazu gehören etwa durchgängige Radwege, attraktive Fußwege oder leistungsfähige Achsen für Bus, Bahn und Kfz-Verkehr. Auch der Wirtschafts- und Schwerverkehr sowie die Erreichbarkeit wichtiger Gewerbestandorte werden berücksichtigt. Hierzu gehören unter anderem auch die für den Schwerverkehr wichtigen Lkw-Routen. Gemeinsam mit langfristigen Zielen und fachlichen Entwicklungsschwerpunkten entsteht so eine räumlich abgestimmte Grundlage für die künftige Verkehrs- und Mobilitätsplanung.
Das Spektrum der einzelnen Maßnahmen umfasst beispielsweise bessere Querungsmöglichkeiten, barrierefreie Haltestellen oder den Lückenschlüsse im Fuß- und Radwegenetz, betrifft aber auch langfristige Aufgaben, wie die weitere Planung der Innenstadttangente oder die Weiterentwicklung des Parkraums.
VEP: kein Schlusspunkt, sondern strategischer Rahmen für Maßnahmen
Der Stadtratsbeschluss ist dabei kein Schlusspunkt, sondern der Start für die Umsetzungsphase. Maßnahmen sollen gebündelt, mit ohnehin anstehenden Planungen und Investitionen verknüpft und nach Wirkung, Abhängigkeiten sowie den verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen eingeordnet werden. Wo beispielsweise Straßen, Wege oder andere Verkehrsanlagen ohnehin geplant oder erneuert werden, sollen die Ziele des VEP frühzeitig mitgedacht werden. Andere Maßnahmen benötigen dagegen eigene Planungen, Finanzierungen und weitere Entscheidungen. Auch die Nutzung geeigneter Förderprogramme wird dabei eine wichtige Rolle spielen.
Der VEP 2040 ist daher kein fertiges Bau- und Investitionsprogramm. Er setzt Ziele, Prioritäten und fachliche Leitplanken für künftige Planungen und Entscheidungen. Ob und in welcher Form einzelne Maßnahmen umgesetzt werden können, hängt unter anderem vom jeweiligen Planungsstand, notwendigen Genehmigungen und Zuständigkeiten, der Verfügbarkeit finanzieller und personeller Ressourcen sowie von weiteren politischen und haushaltsrechtlichen Entscheidungen ab.
Der VEP 2040 gibt die Richtung vor, wie Zwickau seine Mobilität in den kommenden Jahren weiterentwickeln will – Schritt für Schritt und abgestimmt mit Stadtentwicklung, Wirtschaft und den finanziellen Möglichkeiten der Stadt.
Der vollständige Verkehrsentwicklungsplan 2040, eine kompakte Kurzfassung sowie weitere Informationen zum Erarbeitungsprozess stehen auf der Projektwebsite unter www.vep2040.zwickau.de zur Verfügung.