Das Kulturamt informiert:
Geschichten, die weiterleben. Vernissage und Stolpersteinverlegung
Anlässlich des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen begaben sich Schülerinnen und Schüler aus Zwickau wie auch aus seiner tschechischen Partnerstadt Jablonec nad Nisou auf Suche nach Spuren jüdischen Lebens. Resultat dieses grenzübergreifenden Projektes ist die zweisprachige Ausstellung Forgotten Tracks. Diese ist als Wanderausstellung konzipiert und noch bis Anfang 2027 an mehreren Orten in Zwickau zu sehen – noch bis zum 8. November in der Hochschulbibliothek der Westsächsischen Hochschule.
Am Mittwoch, den 14. Oktober 2026 wird auch in Jablonec nad Nisou im Beisein von Finanzbürgermister Sebastian Lasch und Vertretern der Zwickauer Priesterhäuser die Ausstellung eröffnet. Die Vernissage findet um 16 Uhr im „Eurocentrum“ statt. Bereits um 15 Uhr kommt es in Jablonec zu einer Premiere: zum Gedenken an vertriebene und ermordete Juden werden die ersten vier Stolpersteine in der Stadt verlegt. Stolpersteine halten nicht nur (Lebens-)Daten fest. Bringt man diese zum Reden, erzählen auch sie Geschichten, die von Generation zu Generation weiterleben.
Die Ausstellung Forgotten Tracks greift individuelle jüdische Biografien aus Zwickau und Jablonec auf und macht Spuren jüdischen Lebens in beiden Städten wieder sichtbar – Spuren, die von Brüchen, Leerstellen und offenen Fragen erzählen. Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums sowie der Základní skola Liberecká untersuchten altes Fotomaterial und recherchierten in Archiven und Bibliotheken nach den Menschen hinter den Aufnahmen. Ihre Ergebnisse flossen in die berührende Wanderausstellung ein, die zeigt, wie selbstverständlich jüdisches Leben war, bevor Ausgrenzung und Gewalt es zerstörten. Persönliche Schicksale, aber auch unverhoffte Rettungsaktionen, wie die mutige Rettung der Jablonecer Thora-Rolle, verdeutlichen überraschende Gemeinsamkeiten zwischen den ehemaligen jüdischen Gemeinden in Zwickau und Jablonec.