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Tobias Izsó verwandelt Alltagsgegenstände in eigenwillige Persönlichkeiten
Was geschieht, wenn ein Schrank plötzlich Schultern bekommt, ein Schminktisch Haltung annimmt und Schuhe von Menschen erzählen, die längst nicht mehr da sind? In der Ausstellung feuchtes holz lässt der Wiener Künstler Tobias Izsó vertraute Alltagsgegenstände zu ungewöhnlichen Figuren werden. Vom 24. Oktober 2026 bis zum 3. Januar 2027 präsentieren die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum im ZwischenRAUM am Domhof 2 seine skulpturalen Arbeiten. Die Ausstellung ist die letzte in der Reihe der Max-Pechstein-Förderpreisträger der Stadt Zwickau und wird zur Zwickauer Museumsnacht eröffnet.
Wenn die Dinge ein Eigenleben entwickeln
Unsere alltägliche Umgebung verrät oft mehr über uns, als wir vermuten. Welche Vorstellungen von Identität, gesellschaftlichen Rollen und Zusammenleben stecken in den Dingen, mit denen wir uns umgeben? Und was erzählen sie über die Menschen, die sie benutzen? Diesen Fragen geht Tobias Izsó (*1997 in Wien) mit seinen überwiegend aus Holz gefertigten Skulpturen nach. Durch ungewöhnliche Proportionen und überraschende Formverschiebungen löst er vertraute Gegenstände aus ihrem gewohnten Zusammenhang. Die Dinge verlieren ihre ursprüngliche sachliche Funktion und gewinnen eine neue, beinahe menschliche Präsenz. So entsteht ein eigentümliches Zusammenspiel von Figuren, die zu warten, einander zu beobachten oder sich bewusst zu ignorieren scheinen. Die Ausstellung wird zu einer stillen Bühne, auf der Nähe und Distanz, Zugehörigkeit und Isolation erfahrbar werden – und auf der die Abwesenheit des Menschen besonders viel über ihn erzählt.
Warum „Feuchtes Holz“?
Der ungewöhnliche Ausstellungstitel ist zugleich Schlüssel zum künstlerischen Konzept. Holz steht für Beständigkeit, Stabilität und feste Strukturen. Doch sobald es Feuchtigkeit aufnimmt, beginnt es sich zu verändern und wird formbar. Für Tobias Izsó wird dieser Zustand zum Sinnbild des Übergangs: Was eben noch unveränderlich erschien, gerät in Bewegung. Bestehende Ordnungen lösen sich auf, neue Möglichkeiten entstehen. Diese Idee überträgt der Künstler auf die Welt unserer Alltagsgegenstände und damit auf gesellschaftliche Vorstellungen von Identität, Rollenbildern und Zusammenleben. Ein Schuh erzählt dann nicht mehr nur von Fortbewegung, sondern auch von Anpassung. Eine Perücke wird zum Sinnbild dafür, wie Identität gestaltet und verändert werden kann. So eröffnet feuchtes holz einen überraschenden Blick auf vermeintlich Selbstverständliches und lädt dazu ein, die eigene Umgebung neu wahrzunehmen.
Junge Gegenwartskunst im Zeichen des Max-Pechstein-Förderpreises
Mit Tobias Izsó rückt ein junger Künstler in den Mittelpunkt, dessen Arbeiten handwerkliche Präzision mit eigenständigen künstlerischen Fragestellungen verbinden.
Der in Wien lebende und arbeitende Künstler untersucht, wie sich kulturelle Prägungen, soziale Erwartungen und alltägliche Gewohnheiten in Materialien und Gegenständen niederschlagen. Möbel, Kleidungsstücke und architektonische Fragmente werden zu Trägern von Geschichten über das menschliche Zusammenleben.
Die Ausstellung im Rahmen des Max-Pechstein-Förderpreises der Stadt Zwickau unterstreicht die Bedeutung der Förderung junger zeitgenössischer Kunst und eröffnet dem Publikum die Möglichkeit, aktuelle künstlerische Positionen unmittelbar kennenzulernen.
Kunst erleben und selbst kreativ werden: Eröffnung zur Museumsnacht am 24. Oktober
Am Samstag, 24. Oktober 2026, wird feuchtes holz im Rahmen der Zwickauer Museumsnacht eröffnet. Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Programm, das Einblicke in die Gedankenwelt des Künstlers mit eigenen kreativen Erfahrungen verbindet.
- 18 Uhr | Soft-Opening und Künstlergespräch
Tobias Izsó stellt seine Ausstellung persönlich vor und spricht über die Ideen, Materialien und Entstehungsprozesse seiner Arbeiten. Dabei eröffnet sich die Gelegenheit, den Künstler kennenzulernen und mehr über seine ungewöhnlichen Skulpturen zu erfahren. - 18 bis 24 Uhr | Nachtatelier – Offene Druckwerkstatt
Hier wird Holz selbst zum kreativen Ausgangspunkt. Mit verschiedenen Strukturen und Drucktechniken können Besucherinnen und Besucher experimentieren und eigene Kunstwerke gestalten. - 18 bis 22 Uhr | Schnitzberke live
Wie entsteht aus einem Stück Holz eine Skulptur? Nico Berkemeyer, bekannt als Schnitzberke, zeigt sein handwerkliches Können live und macht den Entstehungsprozess einer Holzskulptur unmittelbar erlebbar.
Die Verbindung aus Ausstellung, Künstlergespräch und praktischen Angeboten macht die Museumsnacht zu einer besonderen Gelegenheit, zeitgenössische Kunst aus unterschiedlichen Perspektiven zu entdecken.
Ausstellung: Tobias Izsó. feuchtes holz
vom 24. Oktober 2026 bis 3. Januar 2027
Eröffnung zur Museumsnacht am 24. Oktober 2026, ab 18 Uhr
in den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum im ZwischenRAUM, Domhof 2