Das Amt für Familie, Schule und Soziales informiert:
Seit 2023 wird das Freizeitzentrum Marienthal umfassend saniert. Zunächst erfolgte die energetische Sanierung der Gebäudehülle. Seit Oktober 2025 läuft der Innenausbau. Saniert bzw. teilsaniert werden insgesamt 75 Räume. Begonnen wurde damit vor fast genau einem Jahr im 2. Obergeschoss. Dort befinden sich eine Küche, Büros, Lagerräume, ein Beratungsraum und Sanitärbereiche. Diese sind bereits seit April 2026 wieder nutzbar. „Das entspannt die Arbeit im Team natürlich enorm.“ weiß Leiterin Tina Tinzmann zu berichten. „Die Zimmer sind klasse geworden. Das abgestimmte, zurückhaltende Farbkonzept für die Wände und Böden in Kombi mit den gelben Türen - sozusagen als Eyecatcher - ist zeitgemäß, modern und erfrischend. Da macht das Arbeiten gleich noch mal so viel Spaß.“
Bei der Ausstattung der Räume kommt vieles Guterhaltene von vorher wieder zum Einsatz oder wird mit intakten Möbelstücken ergänzt, die aufgrund einiger Ämterumzüge im Jahr 2025 seither im Verwaltungszentrum eingelagert wurden.
Nachhaltig sind auch die eigenen Gestaltungsideen, wie beispielsweise eine Garderobe, hergestellt aus einer alten Holztür und Suppenlöffeln, die als Kleiderhaken umfunktioniert wurden. Die Wirtschafts-, Lager- und Sanitärräume sind grunderneuert, hell gefliest und/oder gestrichen, neu ausgestattet und somit wieder sauber, hygienisch, modern und funktional.
In den unteren Etagen schreiten die Arbeiten weiter voran. Zwischen Farbeimern, Werkzeugen und Baumaterial sind aber auch hier schon deutliche Fortschritte erkennbar. Zahlreiche Räume sind frisch verputzt, einige auch farbenfroh gestrichen und mit modernen, teilweise dimmbaren Leuchten ausgestattet. Die hier zum Einsatz kommenden Farben sollen nicht nur ein einheitliches Gesamtbild ergeben, sondern auch die einzelne Raumwirkung gezielt beeinflussen.
Derzeit konzentrieren sich die Arbeiten auf das Erdgeschoss. Hier werden Wände geweißt und Elektroinstallationen vorgenommen. Im Jugendbereich ist schon eine besondere Idee geplant: Eine große Wandfläche soll zunächst weiß bleiben, damit die Jugendlichen sie später selbst gestalten können. Unterstützung bekommen sie dabei von einem Künstler, der sie bei der Umsetzung ihrer Ideen begleitet. Somit entstehen auch Bereiche, in denen die Jugendlichen ihre eigenen Vorstellungen verwirklichen und dem Freizeitzentrum eine persönliche Note verleihen können. „Beim Feinschliff der Räume dürfen die Jugendlichen ein Wörtchen mitreden. Ihre Ideen und Vorstellungen sind ausdrücklich erwünscht!“ so Tinzmann. „Wer einen Ort regelmäßig nutzt, weiß schließlich am besten, was diesen angenehmer macht.“ Hierzu gabs vorab auch einen gemeinsamen Rundgang durchs Haus, bei dem die Jugendlichen ihre Vorschläge und Wünsche unterbreiten konnten. Umgesetzt wurde u.a. schon ein Wanddurchbruch im Jugendbereich, der den Weg in angrenzende Freizeitbereiche enorm verkürzen wird.
Die Sanierung des Freizeitzentrums findet unter laufenden Betrieb statt, allerdings eingeschränkt. Da die kommunale Freizeiteinrichtung über 75 Räume verfügt, gibt’s immer Platz zum Ausweichen. Die Jugendlichen nehmen es gelassen. „Die Unannehmlichkeiten durch die Bauarbeiten gehören einfach dazu, wenn am Ende was Schönes entstehen soll.“ gibt der 20jähre Jamy, langjähriger Freizeitzentrum-Besucher, preis. Besonders groß ist die Vorfreude bei den Stammgästen schon aufs Auspowern im neuen Fitnessraum – und auch auf den neuen Park in unmittelbarer Nachbarschaft des Freizeitzentrums. „Der wird der absolute Hingucker in Marienthal.“ ist sich Kenny sicher. Der 19jährige besucht das „Freizi“ schon seit seinen Kindertagen und kennt somit auch die Parkanlage. „Bisher lag der eher so im Dornröschenschlaf und sah nicht wirklich einladend und schick aus. Klar hat man den wahrgenommen, aber ein Wohlfühlpark wars nicht. Der neugestaltete wird da wesentlich mehr an Aufmerksamkeit gewinnen, dessen bin ich mir sicher.“
Auch bei der Neugestaltung des Stadtpark Marienthals, die im Juli 2026 startete, war die Meinung der Jugendlichen gefragt. Im vergangenen Jahr besuchten deshalb jeweils ein Mitarbeiter des Garten- und Friedhofsamtes und des Büros Stadtentwicklung das Freizeitzentrum, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Rund 20 junge Interessierte konnten in Arbeitsgruppen mitbestimmen, ob und wie u.a. das Wegenetz und das Einordnen der verschiedenen Spielgeräte, -flächen und -anlagen einer nutzerorientierten Anpassung bedarf. Im September 2026 war das Garten- und Friedhofsamt erneut vor Ort. Im Rahmen eines Bemusterungstermins durften die Jugendlichen entscheiden, welche Pflasterarten und -Muster das Umfeld der neuen Basketballanlage erhalten und an welchen Ort der Pavillon platziert werden soll. Auch im Rahmen des Freizeitangebotes „Mädchenzeit“ war die Parkgestaltung nochmals Thema.
„Für die Jugendlichen ist es interessant, den Baufortschritt beider Projekte fast hautnah miterleben zu können und zu sehen, wie sich täglich was verändert und schöner wird.“ resümiert die Leiterin vom Freizeitzentrum. „Bis zur kompletten Fertigstellung im Haus und im Park dauert es zwar noch einige Monate, aber man merkt schon jetzt: Die Vorfreude wächst.“
Bis zum Jahresende werden die Sanitäranlagen, der Flur und die Türen im Erdgeschoss schick sein, bevor sich die Baufirmen im neuen Jahr den beiden Foyer-Bereichen und später dem Saal im 1. OG widmen. Vorgesehen ist, die (Teil-)Sanierung von 75 Räumen im Freizeitzentrum Marienthal bis voraussichtlich im September 2027 abzuschließen.
Der fast 19.000 Quadratmeter große Stadtpark Marienthal wird bis Ende 2027 komplett neu strukturiert und aufgewertet. Bereits seit Oktober ist der östliche Parkbereich einschließlich des neuen barrierefreien Parkzugangs an der Kreuzung Döhnerstraße Ecke Antonstraße wieder zur Nutzung freigegeben. Derzeit laufen die Arbeiten für einen weiteren Parkzugang im Bereich Jacobstraße Ecke Julius-Seifert-Straße und die Neugestaltung der Belagsflächen am Kinder- und Jugendfreizeitzentrum Marienthal.
Die Kosten des im November 2022 im Stadtrat beschlossenen Vorhabens belaufen sich auf insgesamt 1.8 Mio Euro. Der erste Bauabschnitt (energetische Sanierung der Gebäudehülle) war Bestandteil der Maßnahmenliste des Stadtumbaugebietes „Marienthal“, welches über das Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung - Lebendige Quartiere gestalten (WEP)“ zu ca. zwei Dritteln gefördert wurde.
Die Gesamtkosten der Baumaßnahme „Sanierung Innenräume Kinder- und Jugendfreizeitzentrum Marienthal 2. BA, Marienthaler Straße 120, 08060 Zwickau“ belaufen sich auf rund 2 Mio Euro. Diese setzen sich zusammen aus Fördermitteln durch die EU-Förderung EFRE i.H.v. 1.4 Mio Euro, einer Kofinanzierung über das Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung - Lebendige Quartiere gestalten (WEP)“ i.H.v. ca. 165.200 Euro und einem Eigenanteil der Stadt i.H.v. 413.000 Euro. Insgesamt werden ca. 80 % der Gesamtkosten für die Sanierung der Innenräume durch Fördermittel gedeckt.
Die Gesamtkosten für die Neugestaltung des Marienthaler Stadtparks setzen sich zusammen aus rund 2,4 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), ca. 474.000 Euro aus Mitteln des Bund-Länder-Programms Wachstum und nachhaltige Erneuerung (WEP) sowie ca. 316.000 Euro städtischem Eigenanteil. Den Vorhabenbeschluss hatte der Zwickauer Stadtrat im Oktober 2025 gefasst.