100 Bürger bei Infoveranstaltung zur Unterbringung von Flüchtlingen

veröffentlicht am: 02.12.2014

Knapp 100 Personen folgten am Montag der Einladung von Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß in die Sporthalle Neuplanitz, um sich über das Thema „Asyl" zu informieren und um ihre Fragen zu stellen. Anlass für die Veranstaltung ist die Unterbringung von 150 Flüchtlingen in einem Wohnprojekt. Rede und Antwort standen an dem Abend, der von Alt-Oberbürgermeister Rainer Eichhorn und Pfarrer Thomas Storl (Versöhnungskirche) moderiert wurde, Vertreter des Landratsamtes, des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der Polizei sowie der GAGFAH und des Betreibers der Unterkünfte.

Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß begründete im Rahmen ihrer Begrüßung, warum man für die Infoveranstaltung eigene Einladungen versandt habe, insbesondere an die Bewohner der Blöcke, in denen Asylsuchende untergebracht wurde. Zum ersten Forum am 11. September seien Besucher - auch von rechtsextremen Gruppen - aus der ganzen Region zu verzeichnen gewesen. Zudem hätten manche Teilnehmer die Veranstaltung gezielt gestört. Eine sachliche Diskussion mit den Anwohnern sei somit nicht möglich gewesen. Aus diesem Grund habe man sich für diese Vorgehensweise und Einlasskontrollen entschieden.

Birgit Bublinski-Westhof, Leiterin der Chemnitzer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), erläuterte im ersten Referat die Grundzüge des Asylrechts, die Verfahrensregeln bei der Bearbeitung von Asylanträgen sowie die Modalitäten der eventuellen Abschiebung. Sie wies außerdem auf die stark gestiegene Zahl von Hilfesuchenden hin. 2013 hätten 127.000 Menschen in der Bundesrepublik einen Asyl- oder Asylfolgeantrag gestellt. Im Jahr 2014 waren es allein bis einschließlich Oktober 158.000 Männer, Frauen und Kinder gewesen. Die Antragsteller werden nach einem festen Schlüssel auf die Bundesländer aufgeteilt.

Diesen Anstieg bestätigte die Sozialamtsleiterin des Landkreises, Cornelia Bretschneider. So lebten am 31. Oktober 2014 1090 Asylsuchende im Landkreis Zwickau. Zum 31. Dezember 2011 waren es 473 gewesen. Die meisten Neuankömmlinge stammten aus Syrien. Brettschneider erläuterte, dass das Landratsamt insgesamt 618 Wohnheimplätze und 605 Plätze in Wohnprojekten über Betreiber vorhalte. Zu den Wohnprojekten gehörten beispielsweise die 150 Plätze in Neuplanitz ebenso wie die jeweils 150 Plätze in Glauchau oder Wilkau-Haßlau. Bis Ende 2015 müsse man voraussichtlich 2.000 Unterbringungsplätze anbieten. Allerdings sei nicht geplant, weitere Heime oder Wohnprojekte in der Stadt Zwickau anzubieten. Eine Erweiterung sei vor allem im östlichen Teil des Landkreises vorgesehen.

In der folgenden Diskussion wurden unter anderem von zwei Teilnehmerinnen Lärmbelästigungen angesprochen, andere hatten gezielte Fragen an die GAGFAH oder erkundigten sich nach der Gesundheitsversorgung für Flüchtlinge. Auf die Beschwerde, dass vermehrt Müllablagerungen vorkämen, konnte die Auskunft gegeben werden, dass diese nicht von den Flüchtlingen stammten. Feststellen musste man vielmehr, dass der Müll nachts von anderen Personen - vermutlich gezielt - bei den betreffenden Wohnblöcken abgelagert wurden.

Am Ende des Abends wies die Leiterin des städtischen Jugendclubs Airport, Tina Tinzmann, auf den neugegründeten Planitzer Helferkreis hin. Sie berichtete, dass zu dem ersten Treffen bereits 50 Männer und Frauen gekommen seien, die sich ehrenamtlich für die Asylbewerber engagieren wollen. Das Netzwerk befinde sich noch im Aufbau, weitere Helfer seien herzlich willkommen, so die Mitarbeiterin der Stadtverwaltung (Kontakt: jc-airportzwickaude, Tel.: 0375 295837)

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