Stadt Zwickau lässt E-Mobilitätskonzept erarbeiten

veröffentlicht am: 01.07.2019

Das Umweltbüro informiert:

Mit der Vertragsunterzeichnung haben heute die Stadt Zwickau und die Wolfsburg AG den symbolischen Startschuss für die Erarbeitung des Elektromobilitätskonzeptes gegeben. Bis September 2020 soll der Handlungsleitfaden vorliegen, in dem Maßnahmen aufgeführt werden, die die Stadt Zwickau auf ihrem Weg zu einer nachhaltigen urbanen Mobilität unterstützen können. Das Konzept stellt eines der Schwerpunktprojekte dar, die von der Stadtverwaltung und der Volkswagen Sachsen GmbH im Rahmen ihrer 2017 gestarteten Kooperation gemeinsam definiert wurden.

Begleitet wird die Arbeit der Wolfsburg AG von einem Projektteam. In diesem arbeiten Vertreter von Fachämtern ebenso mit wie von der Zwickauer Energieversorgung GmbH (ZEV) und VW Sachsen. Bei Bedarf werden weitere Partner einbezogen. In einem ersten Schritt werden bestehende Konzepte und Projekte analysiert, um sowohl die Rahmenbedingungen und bereits vorhandene Vorhaben als auch bestehende Defizite zu identifizieren. Daran schließt sich die Konzept- und Maßnahmeplanung an. Eine wichtige Rolle spielen dabei beispielsweise Themenkomplexe wie die Ladeinfrastruktur, Digitalisierung im Straßenverkehr, Fragen der Verkehrssteuerung oder Fragen des ÖPNV.

Die Beteiligten sind sich einig, dass ein umsetzungsorientiertes Konzept entsteht. Mit diesem sollen einerseits die Ziele der bereits vorhandenen Konzepte zusammengeführt werden, wie z. B. Radverkehrskonzept, Integriertes Stadtentwicklungs- oder Klimaschutzkonzept. Andererseits wird Wert auf konkrete Maßnahmen gelegt. In einem Katalog sollen diese daher inkl. der Kostenindikation, des Zeithorizonts, der erforderlichen  Handlungsschritte und einer möglichen Übertragbarkeit auf andere Städte benannt werden.

„Wir werden unseren Zwickauer Standort zum Zentrum für E-Mobilität in Europa entwickeln und bereits in diesem Jahr mit der Serienproduktion der ersten neuen E-Fahrzeuge starten. Den Weg zur E-Mobilität gehen wir nicht allein“, so Dirk Coers, Geschäftsführer Personal und Organisation, Volkswagen Sachsen. „Wir kooperieren dabei eng mit der Stadt Zwickau. Ein ganzheitliches Elektromobilitätskonzept für Zwickau ist notwendig und unverzichtbar.“    

Dr. Pia Findeiß betont die grundlegende Bedeutung des Konzepts: „Angesichts der bestehenden Herausforderungen müssen sich auch Städte fragen, welche Mobilitätsformen nachhaltig und zukunftsweisend sind oder welche Infrastrukturen auszubauen oder zu schaffen sind. Das neue Konzept bietet künftig eine wichtige Entscheidungs- und Handlungsgrundlage, um Zwickau zu einem Zentrum moderner Mobilität zu entwickeln.“

Die Wolfsburg AG, eine Public-private-Partnership der Volkswagen AG und der Stadt Wolfsburg, entwickelt und pilotiert seit 2009 neue Mobilitätslösungen, insbesondere für die Elektromobilität, im urbanen Raum. Das niedersächsische Unternehmen unterstützt als Projektentwickler die Stadt Zwickau auf ihrem Weg zur Modellstadt für Elektromobilität. Dr. Gerrit Schrödel, Leiter Mobilitätsforschung der Wolfsburg AG, freut sich auf die Zusammenarbeit: „Zwickau hat eine lange Tradition im Automobilbau. Es ist nur folgerichtig, dass die Stadt den Wandel der Mobilität aufgreift und eine Vorreiterrolle anstrebt. Wir sind überzeugt, dass wir mit unserer Erfahrung und gemeinsam mit allen Beteiligten ein umsetzungsorientiertes Konzept an den Start bringen.“

Die Kosten für das E-Mobilitätskonzept liegen bei insgesamt rund 121.100 Euro. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert das Projekt mit 95.200 Euro. Für die Erarbeitung wurden vom städtischen Umweltbüro auf Grundlage eines Leistungsverzeichnisses von sieben geeigneten Firmen Kostenangebote abgefordert, vier reichten ein Angebot ein. Nach der Auswertung traf der Finanzausschuss im Juli 2018 schließlich die Vergabeentscheidung zugunsten der Wolfsburg AG. Nachdem Ende März 2019 der Fördermittelbescheid eingegangen war, fand Mitte Mai die Auftaktberatung statt. Die Projektleitung in der Stadtverwaltung hat das zum Baudezernat gehörende Umweltbüro.

Vertragsunterzeichnung