Oberbürgermeisterin ist entsetzt über die Zerstörung des Gedenkbaumes an ein NSU-Opfer

veröffentlicht am: 03.10.2019

Oberbürgermeisterin Dr. Pia Findeiß ist bestürzt über die Zerstörung des Baumes, der in Erinnerung an Enver Simsek, Opfer des NSU, im Schwanenteichpark gepflanzt worden war: „Diese ruchlose Tat ist mehr als bloße Sachbeschädigung. Das Absägen des Baumes zeugt von Intoleranz, mangelndem Demokratieverständnis und von Verachtung gegenüber Terroropfern und deren Angehörigen! Es zeigt auch, dass manche leider nicht begriffen haben, welch menschenverachtenden Taten die Terroristen des NSU begangen haben.“

Der Baum, eine „deutsche Eiche“, war am 8. September gepflanzt worden. Die Kosten für den Baum waren durch eine Spende übernommen worden. Mit ihm sollte an Enver Simsek erinnert werden. Dieser war im September 2000 von den NSU-Terroristen ermordet worden. Er war das erste von insgesamt zehn Opfern. Geplant war dementsprechend, dass mit neun weiteren Bäumen auch der anderen Opfer dauerhaft gedacht wird.

Über die genaue Tatzeit oder den bzw. die Täter liegen der Stadtverwaltung aktuell keine Erkenntnisse vor. Anzeige wird die Stadt erstatten. Ob mit einem neuen Baum Ersatz geschaffen wird und ob weitere Pflanzungen erfolgen, steht derzeit noch nicht fest. Hierüber soll in den kommenden Tagen in der Stadtverwaltung beraten werden.

Erst am 8. September gepflanzt, jetzt zerstört: Der Baum, der dem ersten Mordopfer des NSU galt.
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Die Gedenktafel
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