Schlüsselübergabe für den Ersatzneubau der Kita „Marienhof“

veröffentlicht am: 26.11.2020

Information des Liegenschafts- und Hochbauamtes:

Am Donnerstag, dem 26. November 2020 erfolgte die Schlüsselübergabe für den Ersatzneubau der Kindertagesstätte „Marienhof“ in der Marienthaler Straße 155. Der neue „Marienhof“ beherbergt als integrative Kindertagesstätte Platz für 74 Kinder in fünf Gruppen, davon 50 Kindergarten- und 24 Krippenkinder. 

Die 1971 errichtete Kindertagesstätte „Marienhof“ befand sich baulich in einem schlechten Zustand und erfüllte die heutige Mindeststandards einer modernen, zeitgemäßen Kindertagesstätte nicht mehr. Neben dem Sanierungsstau zu DDR-Zeiten gab es auch Defizite bei der Erfüllung der räumlichen und funktionellen Anforderungen durch den Gesetzgeber und der Unfallkasse. In Abwägung vieler Faktoren wurde deshalb aus wirtschaftlichen Gründen entschieden, einen Ersatzneubau vorzunehmen. Am 20. Dezember 2018 fasste der Stadtrat den entsprechenden Grundsatzbeschluss. Nach dem Abriss des alten Flachbaus im Juli 2019, der Baufeldfreimachung und den anschließenden Fundamentarbeiten erfolgte am 7. Oktober 2019 die Grundsteinlegung. 

Der Ersatzneubau wurde als ein eingeschossiger barrierefreier Winkelbau mit fünf Gruppenräumen geplant, der die nördliche Gebäudeaußenecke des alten Gebäudes wiederaufnimmt. Das Gelände des Flurstückes ist von Südwest nach Nordost stark abfällig. Um erhöhte Aufwendungen in der Gebäudegründung und erforderlichen Bodenaustausch/
-abtrag durch die Hanglage zu reduzieren, wurde der Neubau auf dem vorhandenen Boden­niveau der alten Kita errichtet. Das Bauwerk erhielt ein Flachdach mit Dachbegrünung, um den Abfluss des anfallenden Regenwassers zu kompensieren. 

Im Bereich der Indoor-Spielfläche wurde das Gebäude, um ein halbes Geschoss erhöht und ebenfalls mit einem Flachdach ausgestattet. Der L-förmige Baukörper des Neubaus gliedert sich in drei Zonen und ergibt sich aus der Verschiebung der Funktion der beiden Baukörper zu einander. 

Der Eingangsbereich

Die erste Zone bildet den zentralen Bereich des Ankommens. Ausgehend vom Eingangsbereich der Kita schließen sich links der Kinderkrippenbereich und rechts oben der Kindergartenbereich an. Der Flur zu den beiden Arealen wird durch Oberlichter natürlich beleuchtet und beherbergt zudem die Garderoben. Das große Foyer kann auch als Mehrzweckhalle für Veranstaltungen mit den Eltern oder als erweiterte Spielfläche bei schlechtem Wetter genutzt werden. Highlight des Foyers ist die erhöhte Dachebene. Dadurch wird dieser Bereich optimal belichtet, belüftet und kann ebenso als weiterer Spielbereich genutzt werden. Diese Spielfläche ist als eine Art Indoor-Spielplatz konzipiert und soll auf unterschiedlicher Art und Weise zum gemeinsamen Spielen anregen. Da diese Spielfläche keinem Gruppenraum zugeordnet ist, kann sie von mehreren Gruppen gleichzeitig oder unabhängig voneinander genutzt werden. 

Die Kinderkrippe

Die Kinderkrippe bildet den zweiten Bereich. Sie ist weiter weg vom Hort angeordnet, um den Lärmpegel durch die größeren Kinder zu minimieren und den Kleineren mehr Schutz und Geborgenheit zu bieten. Somit ist auch eine sinnvolle Unterteilung der Außenspielfläche in Krippen- & Kindergartenbereich möglich. In diesem Teil des Neubaus befinden sich zwei zusammenlegbare Gruppenräume für jeweils zwölf Kinder mit einem gemeinsam genutzten Sanitärtrakt. Weiterhin befinden sich in diesem Teil des Gebäudes der Haustechnikraum, die Außentoilette, die Küche und dazugehörige Nebenräume. 

Der Kindergarten

Der dritte Bereich beinhaltet drei Gruppenräume für jeweils 17 Kindergartenkinder, von denen zwei durch eine Schiebetür zusammenlegbar sind, sowie die dazugehörigen Sanitärräume. Die Gruppenräume des Winkelbaus sind alle nach Süden orientiert und über die davorliegenden Terrassen ist der Spiel- und Gartenbereich direkt erschließbar. Durch die großzügige Verglasung der Gruppenräume wird eine Blickbeziehung zum Außenspielgelände geschaffen. Verstärkt wird diese Blickbeziehung durch die integrierten Sitzbänke, so kann auch bei schlechtem Wetter der Außenbereich von den Kindern beobachtet werden. Die vorgezogenen Überdachungen bieten zudem eine natürliche Verschattung der Gruppenräume. Im überdachten Bereich können unter anderem Außenmöbel witterungsgeschützt aufgestellt werden. Die Nebenfunktionen sind nach Norden und Westen, in Richtung Gebäudeerschließung und Nachbarbebauung orientiert. 

Der „Marienhof“ soll in Zukunft als integrative Einrichtung geführt werden. Dazu bietet die er neben der barrierefreien Erschließung des gesamten Gebäudes auch einen barrierefreien Sanitärbereich mit Dusche und WC (sowohl für Erwachsene als auch für Kinder) sowie ein Therapieraum an.

Bauliches

Das Gebäude wurde als Mauerwerksbau mit vorgesetztem Wärmeverbundsystem mit einer Putzoberfläche errichtet. Die Dachkonstruktion wurde mit einer Holzkonstruktion realisiert, ebenso die Vordächer. Der Charakter der Holzkonstruktion widerspiegelt sich im Inneren des Gebäudes. 

Die Außenanlagen wurden dem Neubau angepasst und vorhandene Spielgeräte erneuert. Ein Highlight stellt die bespielbare Tiergruppe dar, die als „Kunst am Bau“ im Gartenbereich entstanden ist. Die Terrassen wurden in den Hang hineingearbeitet und durch eine Böschung und Geländemodulation an das vorhandene Niveau angeglichen. Auf eine Verbindung zwischen neuer Kita und Hort wurde auf Grund unterschiedlicher nutzerspezifischer Anforderungen bewusst verzichtet. Der Haupteingang ist durch ein Vordach witterungsgeschützt und ebenerdig erreichbar. Die Ausgänge aus den Gruppenräumen und aus der Halle sind ebenfalls barrierefrei. Auf kurzem Weg kann vom Haupteingang aus der Außenspielbereich betreten werden. Dem Außenspielbereich ist eine separate Gartentoilette zugeordnet. 

Für den Neubau wurden neun Stellplätze errichtet, davon ist einer barrierefrei. Für die Entflechtung des Zubringerverkehrs wurde im Bereich an der Marienthaler Straße ein Grundstück erworben, auf welchem das Parken für ca. weitere 14 Pkw ermöglicht wird. 

Kosten 

Die Gesamtkosten (brutto) betragen 3.351.000 Euro. Darin enthalten sind Fördermittel des Bundes in Höhe von 1.387.500 Euro und des Landkreises Zwickau in Höhe von 138.750 Euro. Der Eigenanteil der Stadt Zwickau beträgt 1.824.750 Euro.

Eckdaten der Baumaßnahme 

  • Bruttogrundfläche: 943 m² 
  • Nutzfläche: 807 m² 
  • Gründung: Bodenplatte mit Frostschürze 
  • Mauerwerk: Kalksandstein 24 cm, Ringanker und Stützen Beton 
  • Wärmeschutz: WDVS, 14 cm Mineralwolle 
  • Decke: Holzbalkendecke 
  • Dach: Gründach 
  • Fenster: 3-fach-Verglasung, PVC und Aluminium 
  • Beheizung: Brennwerttherme in Verbindung mit Luftwärmepumpe, Fußbodenheizung 
  • Endenergiebedarf: 97,4 kWh/m²a 
  • Stellplätze: 9, davon einer barrierefrei 
  • Baubeginn: 6/2019 
  • Fertigstellung: 11/2020 

Planer 

  • Planung Gebäude, HLS und Elektro: BAUCONZEPT Ingenieure + Architekten, Bachgasse 2, 09350 Lichtenstein 

Statik

  • Ingenieurbüro Gebr. Kaulfuß GbR, Schlossparkstraße 2, 08062 Zwickau
Außenansicht Ersatzneubau der Kita „Marienhof“
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Hofansicht
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Innenansicht
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