Premiere im Gewandhaus: „Draußen vor der Tür“

veröffentlicht am: 29.12.2025

Es ist eines der bekanntesten Nachkriegsdramen: Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“. Das Stück über den Kriegsheimkehrer Beckmann, in nur acht Tagen geschrieben, erlebt am 9. Januar im Zwickauer Gewandhaus seine Premiere. Regie führt für das Theater Plauen-Zwickau die Österreicherin Christina Gegenbauer, für die Ausstattung zeichnet Frank Albert verantwortlich. Es spielen Sophie Hess, Kristin Heil, Ute Menzel, Joshua Dahmen, Daniel Koch und Lev Semenov.

Zu dem Stück schreibt das Theater Plauen-Zwickau: „Ein Mann kommt nach Hause. Er war lange weg. Im Krieg, in der Kälte, auf dem Schlachtfeld, wo seine Kniescheibe zurückblieb. Er kommt zurück in eine Gesellschaft, die er nicht mehr kennt, die ihn nicht mehr willkommen heißt. Sein Sohn ist im Bombenhagel gestorben, seine Frau hat sich einen anderen Mann genommen, sein Magen knurrt, und er kann nicht schlafen, keine Nacht. Selbst Gott – »an den keiner mehr glaubt« – ist ihm keine Hilfe. Der Tod ist der neue Gott. Der Mann springt in die Elbe. Doch die Elbe spuckt ihn wieder aus. Wo er auch sucht, Beckmann findet keinen Halt. Es treibt ihn immer wieder auf die Straße, sein Zuhause ist nur noch ‚draußen vor der Tür‘“.

Borcherts Heimkehrerdrama zeichnet die Zerrissenheit des Soldaten, der zwar physisch heimkehrt, aber nicht psychisch aufgefangen wird. Wie können Menschen ihr Leben mit Kriegstraumata weiterführen? Was bedeutet die Wahrheit des Einzelnen, wenn die Mehrheit sie nicht hören will?

Vor der Premiere am 9. Januar um 19.30 Uhr gibt es eine Einführungssoiree mit dem Team am 7. Januar um 18 Uhr sowie eine öffentliche Probe im Anschluss um 19 Uhr. Der Eintritt zu diesen beiden Veranstaltungen ist frei. Im Anschluss an die Premiere gibt es einen öffentlichen Premierenempfang im Foyer. Weitere Aufführungen sind geplant am 17. Januar, 21. Februar, 29. März, 15. April sowie am 19. April.

Hat am 9. Jnauar Premiere im Gewandhaus: Borcherts "Draußen vor der Tür".
© Theater Plauen-Zwickau/ Christian Leischner