Das Kulturamt informiert:
Jahr der jüdischen Kultur 2026 in Zwickau mit vielfältigem Veranstaltungsprogramm
Die jüdische Geschichte Zwickaus reicht viele Jahrhunderte zurück. Sie erzählt von Ankommen und Verwurzeln, von religiösem Leben, kultureller Vielfalt und gesellschaftlichem Engagement – aber auch von Ausgrenzung, Verfolgung und Zerstörung. Im Jahr der jüdischen Kultur richtet die Stadt Zwickau 2026 den Blick bewusst auf diese vielschichtige Vergangenheit und macht jüdisches Leben und seine Spuren im Stadtbild wieder sichtbar. Das Veranstaltungsprogramm für das erste Halbjahr lädt von Januar bis Juni dazu ein, jüdische Geschichte, Kultur und Gegenwart aus unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Ausstellungen, Lesungen, Gedenkveranstaltungen, Workshops, Konzerte und digitale Angebote schaffen Räume für Wissen, Begegnung und Austausch.
Den Auftakt bildet am Dienstag (27. Januar), dem nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, das Gedenken in Mülsen und Zwickau. Zeitzeugenerinnerungen, Mahnwachen und eine szenische Lesung erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und stellen ehemalige jüdische Zwickauerinnen und Zwickauer in den Mittelpunkt.
Im weiteren Verlauf des Frühjahrs beleuchten Veranstaltungen wie die Ökumenische Bibelwoche zum biblischen Buch Ester, der Karaoke Slam Jüdische Stimmen neu gehört oder das Erzählformat zur Kindermuseumsnacht Große Wunder und ein Tee jüdische Traditionen, Texte und kulturelle Ausdrucksformen – historisch wie gegenwärtig. Dabei stehen Begegnung, kreative Auseinandersetzung und der Dialog auf Augenhöhe im Fokus. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Vermittlung jüdischer Geschichte im Stadtraum: Mit der digitalen Spurensuche Jüdisches Leben in Zwickau können Interessierte mithilfe der App Actionbound historische Orte entdecken und sich aktiv mit Erinnerungskultur auseinandersetzen.
Höhepunkt des ersten Halbjahres ist die Eröffnung der Ausstellung ERINNERNS_WERT. Jüdische Spuren in Zwickau am 25. Juni in den Priesterhäusern. Die Ausstellung macht ein oft verborgenes Kapitel der Stadtgeschichte sichtbar und setzt ein Zeichen gegen das Vergessen. Am 27. Juni lädt ein Konzert mit jiddischen Liedern auf der Sommerbühne des Alten Gasometers zu einer musikalischen Auseinandersetzung mit jüdischer Kultur ein.
Das Jahr der jüdischen Kultur versteht Geschichte nicht nur als Rückblick, sondern als Auftrag: zu erinnern, Fragen zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Mit dem Programm des ersten Halbjahres schafft Zwickau vielfältige Zugänge zu jüdischem Leben – damals und heute – und hält die Erinnerung an einen wichtigen Teil der Stadtgeschichte lebendig.