Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Bereits 1996 wurde der 27. Januar auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Neun Jahre später erklärten die Vereinten Nationen diesen Tag zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz, das Theater Plauen-Zwickau sowie der Alter Gasometer e.V. laden aus diesem Anlass zu einem Gedenken am Dienstag, dem 27. Januar im Gewandhaus und auf dem Hauptmarkt ein.
Ab 17 Uhr steht zunächst das Gewandhaus offen für das Falten von Kranichen und bietet Raum für Gespräche. Der Kranich als Symbol des Glücks, der Klugheit und der Langlebigkeit soll daran erinnern, welches Glück die nachfolgenden Generationen hatten, den Nationalsozialismus nicht erleben zu müssen.
Um 18 Uhr findet in Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus eine Mahnwache auf dem Hauptmarkt statt - Erinnerungen eines jüdischen Zwickauers stehen im Zentrum und werden musikalisch umrahmt. Es besteht die Möglichkeit, Blumen nieder zu legen und die zuvor im Theater gefalteten Kraniche anzubringen.
Im Gewandhaus lesen um 19 Uhr Team und Mitglieder des Jugendclubs des Theaters aus dem Theaterstück „Doch einen Schmetterling hab ich hier nicht gesehen“ von Lilly Axster. „Wir werden nicht behaupten wir wären jene Kinder und Jugendliche, die in Konzentrationslagern starben, oder die versuchten zu leben dort. Wir können die nicht sein, auch nicht im Spiel, im Theater. Weil wir nicht hungern, weil uns warm ist, wir nicht krank sind und keine Flöhe haben. Wir werden nicht so tun, als wären wir jene wirklich. Wir werden an sie erinnern, an Kinder und Jugendliche in Ghettos und in Konzentrationslagern. Wir wollen von ihnen sprechen und über sie und uns auch.“
Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist frei.