Ausbau des Bahnknotens Zwickau: Wichtiger Schritt für die Sachsen-Franken-Magistrale

veröffentlicht am: 02.02.2026

Vollständige Elektrifizierung bleibt entscheidend

Das Bundesministerium für Verkehr investiert knapp 200 Millionen Euro zur Ertüchtigung und zum Ausbau des Eisenbahnknotens Zwickau - ein bedeutender Meilenstein für den Schienenverkehr in Mitteldeutschland. Nun wurde die Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet. Damit ist der Weg für die bauliche Umsetzung durch die DB InfraGO AG und die DB Energie GmbH frei. Dies teilt die Geschäftsstelle Bahnelektrifizierung Sachsen – Bayern – Böhmen mit, mit der das Sächsisch-Bayerische Städtenetz eng kooperiert.

Dazu Zwickaus Oberbürgermeisterin Constance Arndt: „Der Ausbau des Bahnknotens Zwickau ist ein starkes Fundament. Der nächste logische Schritt ist die durchgehende Elektrifizierung über Hof hinaus – für einen leistungsfähigen, grenzüberschreitenden und zukunftsfähigen Schienenverkehr, der die Regionen Sachsen und Franken weiter zusammenführt.“

Konkret wird die Strecke zwischen Zwickau-Mosel und Lichtentanne modernisiert und ausgebaut. Im Bereich des Zwickauer Hauptbahnhofs werden den Angaben zufolge u.a. der Spurplan neu geordnet, Eisenbahnüberführungen ertüchtigt und die veraltete Leit- und Sicherungstechnik auf den neusten Stand gebracht. So kann der Taktknoten optimiert und für das Konzept des Deutschlandtakts fit gemacht werden. Der Baubeginn ist nach derzeitiger Planung im Jahr 2028. 

Bundesverkehrsminister Schnieder hebt die Bedeutung dieses Projekts hervor:
„Ich freue mich, dass mit dem Vertragsschluss ein weiterer Baustein des Ausbaus der Sachsen(-Franken)-Magistrale auf den Weg gebracht werden konnte.“ Dieses klare Bekenntnis zum Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale ist ein wichtiges Signal für Fahrgäste, Wirtschaft und Regionen entlang der Strecke. 

Gleichzeitig muss jedoch deutlich darauf hingewiesen werden: Für einen leistungsfähigen Personen- und Güterverkehr fehlt weiterhin die Elektrifizierung der gesamten Strecke, also auch von Hof bzw. Eger nach Nürnberg. Solange dieser Lückenschluss nicht erfolgt, enden Verbindungen faktisch in Hof und Fahrgäste sind weiterhin zum Umsteigen in einen Dieselzug gezwungen. Auch für den Schienengüterverkehr sind Elektroloks unerlässlich.

Nur eine vollständige Elektrifizierung der gesamten Strecke kann das volle Potenzial der Sachsen-Franken-Magistrale entfalten. Auf diesen Schritt warten Sachsen und Tschechien bereits seit Jahrzehnten – die entsprechende Vereinbarung mit Tschechien besteht seit 1995. Der jetzige Fortschritt in Zwickau zeigt, dass Großprojekte umgesetzt werden können. Umso wichtiger ist es, nun auch den fehlenden Abschnitt konsequent anzugehen.

Die Sachsen-Franken-Magistrale zählt zu den am meisten befahrenen Dieselstrecken in Deutschland. Sie ist Teil des europäischen Kernnetzes und besitzt sowohl wirtschaftliche als auch strategische Bedeutung.