Zum Schutz für Mensch und Natur - Stadt bekämpft erneut Riesenbärenklau

veröffentlicht am: 12.05.2026

Das Tiefbauamt informiert:

Aufmerksamkeit und Mithilfe der Einwohnerinnen und Einwohner gefragt

Er wächst schnell, verdrängt heimische Pflanzen und ist eine Gefahr für die Gesundheit – der Riesenbärenklau.

Auch in diesem Frühjahr wird der Pflanze im Stadtgebiet Zwickau wieder der Kampf angesagt, um deren Ausbreitung einzudämmen, Bestände zu beseitigen und sowohl Mensch als auch Natur nachhaltig zu schützen.

Eine vom Tiefbauamt beauftragte Firme ist bereits unterwegs, um alte Standorte zu kontrollieren, Jungpflanzen und neue Vorkommen zu vernichten. Die beharrlichen Maßnahmen zeigten in den letzten Jahren zwar Erfolge. „Seit Beginn der gezielten Riesenbärenklau-Bekämpfung im Frühjahr 2007 haben sich die Bestände in Zwickau nahezu halbiert.“ weiß Thomas Liebisch vom Tiefbauamt zu berichten. „Dennoch heißt es dranzubleiben, denn die Pflanze ist sehr stur.“ Deshalb werden - ähnlich wie im letzten Jahr - auch wieder die Standorte in den Gewerbegebieten nördlich und südlich der Reichenbacher Straße, Maxhütte, Marienthal, Auerbach, Schneppendorf, Planitz und Oberrothenbach angefahren.

Besonders große Exemplare wurden aber schon seit längerem nicht mehr gesichtet. Giftig ist die Pflanze allerdings in jedem Wachstumsstadium und stellt somit eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit dar.

Warum ist der Riesenbärenklau gefährlich?

Der Pflanzensaft des Riesenbärenklaus enthält sogenannte phototoxische Stoffe. Gelangt der Saft auf die Haut und wird diese anschließend Sonnenlicht ausgesetzt, kann es zu schweren Hautreizungen, Verbrennungen und Blasenbildungen kommen. Besonders gefährdet sind Kinder, Spaziergänger sowie Haustierhalter.

Typische Symptome können sein:

  • starke Hautrötungen,
  • schmerzhafte Blasen,
  • Verbrennungen ähnlich einer Verätzung und
  • langanhaltende Hautempfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht.
  • Bei Kontakt mit der Pflanze sollte die betroffene Hautstelle sofort gründlich mit Wasser und Seife gereinigt und direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden.

Besonders Kinder sind gefährdet, weil sie beim Spielen gerne Pflanzen anfassen oder damit experimentieren. Darum ist Folgendes wichtig:

  • Kinder sollten den Riesenbärenklau niemals berühren.
  • Eltern und Begleitpersonen sollten beim Spaziergang aufmerksam sein und Kinder frühzeitig warnen.
  • Nach Kontakt mit der Pflanze die Haut sofort mit Wasser und Seife waschen und Sonnenlicht meiden.
  • Bei stärkeren Reaktionen lieber ärztlichen Rat einholen.
  • Am besten gilt: anschauen ja – anfassen nein. So bleiben Ausflüge in die Natur sicher und schön für alle. 

So können Einwohner helfen

Die Stadt bittet auch in diesem Jahr alle Einwohnerinnen und Einwohner um Aufmerksamkeit und Mithilfe. Wer Riesenbärenklau auf seinem Grundstück entdeckt und ihn selbst bekämpft, sollte auf Folgendes achten:

  • Die Pflanze sollte niemals ohne Schutz entfernt werden.
  • Beim Umgang sind unbedingt lange Kleidung, Handschuhe sowie Augen- und Gesichtsschutz zu tragen.
  • Die Entfernung sollte möglichst bei bedecktem Wetter erfolgen, um die Wirkung des Pflanzensaftes zu reduzieren.
  • Blütenstände dürfen keinesfalls achtlos entsorgt werden, da sich die Samen schnell verbreiten. Größere Mengen anfallender Blüten können zur fachgerechten Entsorgung auf dem Betriebshof des Garten- und Friedhofsamtes, Pöhlauer Straße 53b angeliefert werden. Dazu wird um Anmeldung bei der Stadtverwaltung Zwickau unter Telefon 0375 212629 gebeten.
  • Wer unsicher ist oder größere Bestände entdeckt, sollte die Entfernung Fachkräften überlassen und wird um Meldung unter Telefon 0375 836631 gebeten.

Alle Standorte müssen 2 bis 3 Mal pro Frühjahr begangen und bearbeitet werden, um wirklich alles zu entfernen. Bleiben Reste zurück oder kappt man nur die Blüten, bildet die Pflanze Nottriebe mit neuen Blüten. Samen, die bereits im Boden liegen, können bis zu 8 Jahren lang keimfähig bleiben.

Gemeinsames Handeln schützt Mensch und Natur

Nur durch ein gemeinsames Vorgehen kann die weitere Ausbreitung des Riesenbärenklaus in Zwickau wirksam eingedämmt werden.

Die Stadt bedankt sich schon jetzt bei allen Bürgerinnen und Bürgern für ihre Unterstützung und ihren verantwortungsvollen Umgang mit dieser gefährlichen Pflanze.

große Exemplare aus dem Jahr 2018
große Exemplare aus dem Jahr 2018
aktuelle Jungpflanzen
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