Das Büro für Stadtentwicklung und das Garten- und Friedhofsamt informieren:
Spatenstich für Neugestaltung des Stadtparks – Zwickau profitiert von EU
Mit dem symbolischen Spatenstich gaben heute Sören Trillenberg, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Infrastruktur und Landesentwicklung (SMIL), und Oberbürgermeisterin Constance Arndt den Startschuss für die umfassende Neugestaltung des Stadtparks Marienthal. Das fast 19.000 Quadratmeter große Areal wird bis Ende 2027 komplett neu strukturiert und aufgewertet. Vorgesehen sind neue Wege, Areale für Spiel und Sport, einer Multifunktionsfläche, unter anderem für den Wochenmarkt, sowie mehr Grün und neue Aufenthaltsbereiche.
„Mit dem neugestalteten Stadtpark und dem sanierten Freizeitzentrum schaffen wir im Stadtteil und für die Marienthaler ein grünes Herz für Spiel und Sport, Markt und generationenübergreifende Begegnung“, betont Constance Arndt. „Im Verbund mit den weiteren EFRE-Maßnahmen gelingt es, den gesamten Stadtteil noch attraktiver zu gestalten und die Lebensqualität nachhaltig zu stärken.“
Staatssekretär Trillenberg ergänzt: „Der Zwickauer Stadtpark Marienthal zeigt, was integrierte Stadtentwicklung leisten kann: Es wird nicht nur eine Grünfläche erneuert, sondern der ganze Stadtteil mitgedacht mit kurzen Wegen, Spiel und Sport, Begegnung, Klimaschutz und Barrierearmut. Solche Projekte gelingen, wenn Kommune, Freistaat, Bund und Europäische Union gemeinsam handeln und Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen einbringen. Denn sie verbessern den Alltag der Menschen vor Ort. So wächst der Stadtteil Marienthal weiter zusammen.“
Kinder und Familien kamen am heutigen Montag bereits vom Nachmittag an auf ihre „Kosten“: Zum Kindertag hatten sich verschiedene Akteure und Institutionen aus Marienthal viel für die Jüngsten einfallen lassen: Glitzer-Tattoos, Schminken, Kicker, Sportparcours, Bastelstrecke, Tombola, Hüpfburg, Rollenrutsche, Wasserspielplatz, Glücksrad, Foto-Box oder Sinnesgarten luden zum Spielen und Ausprobieren ein.
Dank der Förderung von Land, Bund und EU investiert Zwickau 3,2 Mio. Euro
Das Großprojekt, das unter der Leitung des Garten- und Friedhofsamtes realisiert wird, umfasst die Neugestaltung und Neustrukturierung des Stadtparks Marienthal. Ziel ist, die Anlage sowohl ökologisch wertvoller als auch nutzerfreundlicher zu gestalten. Vorhandene Wege werden saniert und neue Verbindungen entstehen. Eine neue Wegebeleuchtung verbessert das Sicherheitsgefühl. Außerdem entsteht ein neuer barrierearmer Zugang zum Park. Die Garagen sowie funktionslose Anlagen werden zurückgebaut. An ihrer Stelle entsteht ein neuer multifunktionaler Platz, welcher die Möglichkeit von wöchentlichen Marktangeboten bietet. Des Weiteren wird eine multifunktionale Sport- und Spielfläche integriert. Diese Fläche wird bestückt mit Tischtennisplatten, Calisthenics-Anlage, Kleinspielfeld und einem Kletterparcours. Außerdem werden im Park neue Sitzbereiche installiert. Baum- und Strauchpflanzungen sowie neu angepflanzte Staudenbeete runden die Gestaltung des Parks ab.
Die Gesamtkosten setzen sich zusammen aus rund 2,4 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), ca. 474.000 Euro aus Mitteln des Bund-Länder-Programms Wachstum und nachhaltige Erneuerung (WEP) sowie ca. 316.000 Euro städtischem Eigenanteil. Den Vorhabensbeschluss hatte der Stadtrat im Oktober 2025 gefasst.
Bei der Planung legte die Stadtverwaltung großen Wert auf die Bürgerbeteiligung. Bereits im April 2012 erfolgte im Rahmen einer Diplomarbeit zur Neugestaltung des Stadtparks ein Aufruf, dass von Bürgern Ideen und Anregungen für die Neugestaltung eingereicht werden können. Die konkrete Maßnahme wurde schließlich gemeinsam mit weiteren Vorhaben im März und im Juni 2024 im Rahmen von Einwohnerveranstaltungen vorgestellt. Zum Weltkindertag 2024 konnten durch die zukünftigen Nutzer an einem Informationsstand im Park Wünsche und Anregungen geäußert werden. Ein eigener Workshop, bei dem konkrete Vorstellungen zu den Freizeit- und Spielbereichen erarbeitet wurden, fand schließlich im Oktober 2024 im direkt benachbarten Freizeitzentrum statt.
Dieses wird bereits seit 2023 umfassend saniert. Abgeschlossen werden konnte bereits der 1. Bauabschnitt, die „energetische Sanierung der Gebäudehülle“. Die Kosten lagen bei 1,7 Mio. Euro, welches über das Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebendige Quartiere gestalten (WEP)“ gefördert wurde.
Im derzeit laufenden zweiten Bauabschnitt erfolgt nun der Innenausbau. Saniert bzw. teilsaniert werden insgesamt 75 Räume. Dabei werden u. a. Elektroanlagen oder Aufzüge erneuert, neue Heizungsrohre eingebaut, Bodenbeläge und Türen ausgetauscht oder ein neues Raumkonzept realisiert. Die Gesamtkosten dieses Teilprojekts belaufen sich auf rund 2 Mio. Euro. Diese setzen sich zusammen aus Fördermitteln durch die EU-Förderung EFRE (ca. 1,4 Mio. Euro), einer Kofinanzierung über das Bund-Länder-Programm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung – Lebendige Quartiere gestalten (WEP)“ (rund 298.000 Euro) und einem Eigenanteil der Stadt in Höhe von 198.000 Euro.
EFRE stärkt den gesamten Stadtteil
Die Neugestaltung des Stadtparks sowie der 2. Bauabschnitt zur Sanierung des Freizeitzentrums Marienthal sind zwei von insgesamt 19 Maßnahmen, die im Rahmen des EFRE-Programms „Nachhaltige integrierte Stadtentwicklung 2021-2027“ im Gebiet „Mitte-West (Bahnhofsvorstadt und Marienthal) realisiert werden. Weitere Projekte sind beispielsweise die Aufwertung der Waldpark-Anlage Alberthöhe, die Öffnung eines Teilabschnittes des Marienthaler Bachs, die Sanierung der Turnhalle der Windbergschule oder der Ausbau bzw. die barrierefreie Gestaltung bestimmter Fuß- und Radwege. Insgesamt kann die Stadt Zwickau mit Hilfe der 11,6 Mio. Euro Förderung ca. 15,5 Mio. Euro im Gebiet investieren. Ziel der Maßnahmen ist die Verbesserung der Lebensqualität, die Belebung des Stadtquartiers sowie eine Verbesserung von Klimaschutz und Stadtökologie.
Zwickau hatte sich bereits mit dem Gebiet der „Erweiterten Bahnhofsvorstadt“ am EFRE-Programm 2014-2020 erfolgreich beteiligt. Bei einer Förderung von damals 80 % konnten rund 9,2 Mio. Euro bei 7,2 Mio. Euro EU-Mitteln investiert werden. Zu den realisierten Maßnahmen gehörten unter anderem die Revitalisierung des Areals Bachstraße mit der Neugestaltung eines Spielplatzes, die Querungshilfe im Bereich Reichenbacher-/Stiftstraße oder die Sanierung des Langen Teichs. Das Fördermittelmanagement liegt in den Händen von Virginia Gründel, Sachbearbeiterin im Büro für Stadtentwicklung.