Preisgekrönte koreanische Pianisten zu Gast im Robert-Schumann-Haus Zwickau

veröffentlicht am: 06.08.2026

Das Kulturamt informiert:

Es ist zur schönen und musikalischen Tradition geworden: die Kooperation des Robert-Schumann-Hauses Zwickau mit der Elfrun-Gabriel-Stiftung, die es sich seit 15 Jahren zum Ziel gesetzt hat, hochbegabte Pianisten zu fördern. Mit der Förderung sind auch Konzerte der Stipendiaten im Robert-Schumann-Haus verbunden, die jedes Jahr im August für reges Interesse beim Publikum sorgen. Und so lädt das Geburtshaus Robert Schumanns am 16. August 2026, um 17 Uhr zum ersten von zwei Stipendiatenkonzerten in seinen Kammermusiksaal ein. Mit Yebin Yang wird eine junge, preisgekrönte koreanische Pianistin mit Werken von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Frédéric Chopin und Maurice Ravel zu Gast sein.

Leidenschaftlich und beschwingt

Auf dem Programm von Yebin Jang steht u.a. die Klaviersonate Nr. 23 von Ludwig van Beethoven. Besser bekannt unter dem Namen Appassionata („Die Leidenschaftliche“) gehört sie zu den am häufigsten gespielten Sonaten des Bonner Komponisten. Den Beinamen erhielt die Sonate nicht von Beethoven selbst, sondern erst 1839 durch den Hamburger Verleger Crantz. Offenbar beschrieb dieser damit den Charakter aber so treffend, dass sich diese Bezeichnung bis heute gehalten hat. Die junge Clara Wieck war es, die bei ihren Konzerten in Wien 1837/38 diese Sonate erstmals öffentlich in einem Konzert vortrug und dafür vom Dichter Grillparzer in einem Gedicht besungen wurde, dessen Originalhandschrift zu den Highlights der Dauerausstellung im Zwickauer Robert-Schumann-Haus gehört.

Gleich zwei Werke erklingen von dem Schumann-Freund Frédéric Chopin: die Polonaise-Fantaisie As-Dur op. 61 und die Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23. Robert Schumann rühmte die erste Ballade als Chopins „genialischstes“ Werk und schrieb in seiner Neuen Zeitschrift für Musik 1842: „Das Wort ‚Ballade‘ trug wohl zuerst Chopin in die Musik über“. Bis dahin waren Balladen eine literarische Gattung, sei es als Volksballade, im romantischen Überschwang auch als Kunstballade bezeichnet. Chopin ließ sich inspirieren vom poetischen Geist der Balladen, ohne jedoch seinen Werken konkrete Inhalte zugrunde zu legen. Mit der Bezeichnung aber schuf er eine wirkmächtige neue musikalische Gattung, die zahlreiche Nachfolger – allen voran Clara Wieck schon im Jahr 1836 – finden sollte.

Zu den beliebtesten Werken Johann Sebastian Bachs gehört die Französische Suite BWV 816. Als Folge von sieben beschwingten Tanzsätzen entstand sie vermutlich in Bachs frühen Leipziger Schaffensjahren ab 1723. 

Ins 20. Jahrhundert führt Maurice Ravels La Valse: Ursprung war ein Kompositionsauftrag des Ballet russe, das um 1910 eine neue Ära des Tanztheaters einläutete. Das 1920 abgeschlossene Poème choréographique wurde von Ravel dann jedoch als eigenständiges Orchesterwerk komponiert und gleichzeitig auch in einer hochvirtuosen Klavierfassung veröffentlicht. In Anlehnung an den Wiener Walzerkönig Johann Strauss bildet die Komposition eine spielerische Auseinandersetzung mit den Mitteln des Wiener Walzers, die Ravel indes harmonisch wie rhythmisch erheblich erweitert.

Yebin Jang studierte zunächst in ihrer Heimat an der Yewon Music School Seoul, ehe sie ein Bachelorstudium bei Martin Hughes an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien absolvierte. Ihren Abschluss im Master Instrumentalkorrepetition machte sie an der Privatuniversität Wien bei Denis Benda. Sie ist derzeit Masterstudentin an der Musikhochschule Leipzig bei Christian Pohl. Im Mai 2025 wurde sie bei einem Ausscheidungsvorspiel für das Stipendium der Elfrun-Gabriel-Stiftung ausgewählt. Sie errang zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen, u. a. 2014 den ersten Preis bei der Smetana International Piano Competition in Pilsen (Tschechische Republik) sowie 2017 den zweiten Preis beim Concours International de Piano Ville de Gagny (Frankreich). Als Solistin trat sie mit den Philharmonischen Orchestern von Daegu und Suwon (Südkorea) auf.

Eintrittskarten zum Konzert sind zu 10 Euro (ermäßigt 7,50 Euro) an der Museumskasse zu den gewohnten Öffnungszeiten sowie der Abendkasse erhältlich. Eine Reservierung ist sowohl telefonisch unter 0375 834406 (Museumskasse) als auch per Mail an schumannhauszwickaude möglich.