Kunst im öffentlichen Raum: Stele der Mitmenschlichkeit auf Georgenplatz eingeweiht

veröffentlicht am: 07.08.2026

Das Kulturamt informiert:

Nach einem Jahr und drei Monaten ist die Großbaustelle am Georgenplatz Geschichte. Das Projekt, das Teil der Modernisierung der Zwickauer Stadtbahntrasse ist, konnte im Juli erfolgreich abgeschlossen werden. Es beinhaltete neben der Gleissanierung auch die Verlegung der Haltestelle vor das Kino Filmpalast Astoria sowie die Sanierung von Kanälen und Fernwärmeanlagen. 

Als eine der letzten baulichen Maßnahmen wurde im Juli auf der künftig grünen Mittelinsel die Stele der Mitmenschlichkeit errichtet, die am heutigen Freitag feierlich eingeweiht wird.

Kunst im öffentlichen Raum kann und darf Denkanstöße geben und trägt so zur Förderung des gemeinsamen Austauschs bei.

In seiner Erscheinung ist das Kunstwerk an dieser präsenten Stelle am Eingang der Zwickauer Innenstadt nicht nur markanter Blickfang, sondern regt mit seiner Botschaft auch zum Nachdenken an. Der Schriftzug Das Wörtchen ICH und das Wörtchen DIE zwingen die Menschlichkeit in die Knie ist zentrales Gestaltungselement. Am oberen Rand sitzt eine Taube. Dass ICH und DIE in diesem Falle der Kommunikation abgrenzend gegenüber und dem gemeinsamen Dialog damit nicht selten im Weg stehen, ist bekannt. Und so lädt die Stele ein, darüber nachzudenken, eigene und fremde Standpunkte zu hinterfragen und am Ende darüber ins Gespräch zu kommen.

Gestaltet hat die Stele der frühere Leiter des Zwickauer Puppentheaters, Heinrich Schulze (*1945). Der Sohn eines Malermeisters studierte nach der Ausbildung Theatermalerei an der Fachschule der Kunsthochschule Dresden und arbeitete im Anschluss beim Deutschen Fernsehfunk Berlin, bevor er ans Puppentheater Berlin wechselte und dort Atelierleiter wurde. Ab 1982 hatte er diese Funktion mit Ausstattungs- und Spielverpflichtung am Puppentheater der Bühnen der Stadt Zwickau inne, dessen Leiter er 1991 wurde und bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2010 blieb.

Die Stele aus verzinktem, pulverbeschichtetem Stahlblech misst 2,50 Meter. Sie verbindet künstlerische Gestaltung mit Handwerkskunst und fügt sich farblich harmonisch in den sie umgebenden Raum ein. Umgesetzt und ausgeführt wurde die Idee Heinrich Schulzes von der Metallbaufirma Vogel aus Lichtentanne.

Heinrich Schulze mit der Stele der Mitmenschlichkeit
Heinrich Schulze mit der Stele der Mitmenschlichkeit
© Stadt Zwickau
Heinrich Schulze während der Einweihung der Stele
Heinrich Schulze während der Einweihung der Stele
© Stadt Zwickau