Hebräische Gesänge und Lieder im Robert-Schumann-Haus

veröffentlicht am: 07.09.2026

Das Kulturamt informiert:

Die Priesterhäuser Zwickau und das Robert-Schumann-Haus Zwickau laden gemeinsam zu einem besonderen Liederabend in den Konzertsaal des Robert-Schumann-Hauses ein. Am Samstag, dem 19. September 2026 um 17 Uhr werden Pia Viola Buchert (Mezzosopran) und Tatjana Dravenau (Klavier) im Rahmen des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen Tacheles hebräische Gesänge von Robert Schumann, Carl Loewe und Eduard Wilsing sowie Lieder in jiddischer, englischer und deutscher Sprache von vier jüdischen Komponisten des 20. Jahrhunderts – Walter Arlen, Felix Wolfes, Hans Gál und Viktor Ullmann – zu Gehör bringen.

Der erste Programmteil knüpft an die aktuellen Sonderausstellungen ERINNERNS_WERT. Jüdische Spuren in Zwickau im Museum Priesterhäuser und Die Schumanns und das Judentum im Robert-Schumann-Haus an. 
Im Zwickauer Verlag von Robert Schumanns Vater August Schumann erschienen 1818 beziehungsweise 1821 die Hebrew Melodies von Lord Byron (in der deutschen Übersetzung des Schneeberger Diakons Julius Körner Israelitische Gesänge). Von Zwickau aus fanden diese auf altjüdische Melodien zurückgehenden Gedichte des britischen Poeten weite Verbreitung in Deutschland und wurden nicht nur von Robert Schumann, sondern auch von zahlreichen seiner Komponistenkollegen in Musik gesetzt. Im Zwickauer Konzertprogramm erklingen Schumanns Drei Gesänge aus Lord Byrons Hebräischen Gesängen op. 95, außerdem fünf Vertonungen aus der Version von Carl Loewe und drei Hebräische Gesänge des Berliner Schumann-Schützlings Eduard Wilsing. 

Im zweiten stehen die Fünf Melodien op. 33 des Brahms-Biographen Hans Gál (1890-1987) auf Texte u. a. von Christian Morgenstern, drei jiddische Lieder des im Konzentrationslager Auschwitz ermordeten Viktor Ullmann (1898-1944), die Songs of Love and Yearning von Walter Arlen (1920-2023) und Gesänge des 1937 aus Deutschland nach Boston geflüchteten Komponisten Felix Wolfes (1892-1971) auf dem Programm. Wolfes‘ Lied Eisnacht war titelgebend für eine in diesem Jahr erschienene CD der beiden Musikerinnen, die international große Anerkennung in der Fachpresse fand und für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert wurde.

Pia Viola Buchert studierte in Detmold und München u.a. bei Charlotte Lehmann und Lars Woldt. Ihr breit gefächertes künstlerisches Schaffen ist auf zahlreichen Tonträgern und in verschiedenen Rundfunkeinspielungen dokumentiert. Sie ist mit Ensembles wie dem Münchner Rundfunkorchester, der Nordwestdeutschen Philharmonie, dem Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz München, der Accademia di Monaco, La Fontana, la festa musicale und dem Telemannischen Collegium Michaelstein aufgetreten.

Tatjana Dravenau studierte an den Musikhochschulen Essen, Detmold und Cardiff. Sie wurde u.a. ausgezeichnet mit dem Preis der Deutschen Schubert-Gesellschaft für Liedbegleitung, dem Prize for Piano Accompaniment und für Piano solo der John Ireland Society, mit dem Julian Jacobson Award und Landeslehrpreis NRW in der Kategorie Kunst- und Musikhochschulen 2023. Als freie Mitarbeiterin des WDR Köln setzt sie sich für Werke von Komponistinnen ein und hat dort Ersteinspielungen der Lieder von Evelyn Faltis, Hildegard Quiel u.a. aufgenommen. An der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien hat sie mit Auszeichnung promoviert und lehrt an der Folkwang Universität der Künste Essen als Dozentin für Liedgestaltung und vokale Korrepetition.

Der Eintritt beträgt 10 Euro (ermäßigt 7,50 Euro). Karten sind zu den gewohnten Öffnungszeiten an der Museumskasse der Priesterhäuser sowie an der Abendkasse im Robert-Schumann-Haus erhältlich.

Pia Viola Buchert
© Dirk Schelpmeier
Tatjana Dravenau
© Joscha Nivergall