Das Garten- und Friedhofsamt informiert:
Bänke sind für gewöhnlich zum Sitzen und Verweilen da, einige davon laden darüber hinaus auch ganz bewusst zum Plaudern ein. Sogenannte Plauderbänke gibt es schon seit einigen Jahren in Deutschland. Sie entstanden im Zusammenhang mit Maßnahmen gegen die Einsamkeit und laden zu mehr Austausch und Miteinander im öffentlichen Raum ein. Auch im Zwickauer Stadtgebiet gibt es einige einfache Exemplare, u.a. auf dem Friedhof Planitz und dem Paulusfriedhof in Marienthal. Betreut werden die Plauderbänke vom Projekt „Die Lachfalten“ des Caritasverbandes Zwickau, das vom Bundesfamilienministerium und der Europäischen Union gefördert wird.
Im Garten- und Friedhofsamt entstanden in den vergangenen Jahren weitere Plauderbänke, die beim genaueren Hinsehen sogar eine Geschichte erzählen. „Wir unterstützen die schöne Aktion der Plauderbänke sehr gern, wollten uns aber mit etwas ansprechenderen Bänken einbringen, als in Form gewöhnlicher Gartenbänke.“ erinnert sich Alexander Parthy, Meister auf dem Hauptfriedhof Zwickau. Trotz der vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben, die es auf dem Hauptfriedhof zu erledigen gilt, wurde sich beherzt der Sache angenommen und über einen längeren Zeitraum hinweg 6 neue und besonders hübsche Plauderbank-Exemplare geschaffen. Einige davon sind mit einem für Zwickau typischen Motiv versehen. Umgesetzt hat diese Martin Nowack. Er gehört seit 3 Jahren zum Team des Hauptfriedhofes und hat sich aufgrund seiner handwerklichen Fähigkeiten des Projektes angenommen. Sein heutiges handwerkliches Können hat er sich, neben den beruflichen Anforderungen, vor allem selbst in seiner Freizeit angeeignet – als Autodidakt. Seine Fähigkeiten und Fertigkeiten sind somit nicht nur im täglichen Wirken auf dem Hauptfriedhof von großem Wert, sondern kommen darüber hinaus dem Plauderbank-Projekt zugute und tragen damit auf ganz besondere Weise zu einem lebendigen, menschlichen Miteinander und zu mehr Begegnung in der Gemeinschaft Zwickaus bei.
Die Ideen für die Zwickauer Plauderbänke plant Nowack nicht am Reißbrett. „Die kommen oft erst beim Tun.“ erklärt er. Eine wichtige Rolle spiele die Beschaffenheit des jeweiligen Stammes. „Die Maserung, Form und natürliche Besonderheiten des Holzes können einerseits einschränken, andererseits sind sie für mich auch Inspiration für die Gestaltung.“
Verwendet wird vornehmlich Lärche, ein besonders langlebiges und widerstandsfähiges Holz. „Das Holz für die Bänke beziehen wir aus dem Stadtwald. Es handelt sich dabei um Bäume, die zur Pflege des Waldes oder aus Sicherheitsgründen gefällt werden mussten.“ erklärt Nowack. Mit kleinen Gestaltungselementen werden einige dieser Bänke nicht nur zu Unikaten, sondern auch zu nachhaltig hergestellten Sitzmöbeln.
Wo eine Plauderbank nach Fertigstellung aufgestellt wird, wird im Team entschieden. Denn auch der Standort muss passen. „Letztlich sind es aber die Menschen, die eine Bank zu einer guten Plauderbank machen.“ ist Nowack überzeugt. Dass das Konzept funktioniert, erleben die Friedhofsmitarbeiter immer wieder. Und es sind keineswegs nur ältere Menschen, die darauf Platz nehmen. „Oft sitzen auch jüngere Menschen auf den Bänken. Und gelegentlich werden diese auch mal zu Single-Börsen.“ weiß Friedhofsmeister Parthy augenzwinkernd zu berichten. „Manche kommen allein … und gehen später gemeinsam.“
Damit erfüllen die Bänke genau den Zweck, für den sie gedacht sind: Sie schaffen niederschwellige Möglichkeiten für Begegnungen, um sich ein kleines Stück weniger allein zu fühlen – und zuweilen entstehen daraus ganz selbstverständlich Gespräche und neue Bekanntschaften.
Derzeit erhält übrigens eine siebente städtische Plauderbank ihren Feinschliff. Diese wird am Mittwoch, 16. September 2026, ab 10 Uhr noch einmal im Rahmen von „Meet.Move.Marienplatz.“ im Stadtzentrum zum Einsatz kommen. Vorgesehen ist, sie voraussichtlich noch im Herbst an der Mulde im Abschnitt zwischen Muldeparadies und Schlobigpark zu platzieren, um auch hier einen schönen Platz zum Verweilen und (bewussten) gemeinsamen Plaudern zu schaffen.