Amphibienwanderung 2019 im Amseltal und am Trillerplatz

Eine Erdkröte verlässt den Sammeleimer in Richtung Laichgewässer (Quelle: Umweltbüro 2019)
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Wie jedes Jahr wurden auch in diesem Jahr mit zunehmenden Temperaturen im Frühjahr die mobilen Krötenzäune im Bereich des Amseltals (Nr. 26 bis 38) und auf Höhe des Trillerplatzes in Eckersbach aufgebaut. Täglich wurden die eingegrabenen Fangeimer durch freiwillige Helfer aus der Nachbarschaft und durch Mitarbeiter der Stadtverwaltung kontrolliert und die darin befindlichen Amphibien oder auch Käfer, Mäuse, Asseln und Spinnen befreit. Die gefundenen Amphibien wurden dann sicher über die Straße gebracht, so dass diese gefahrlos ihr angestammtes Laichgewässer ansteuern konnten. Die Zahlen der letzten Jahre zeigen einen Abwärtstrend. Doch die dieses Jahr erfassten Stückzahlen sind alarmierend. So konnten in diesem Jahr im Amseltal auf einer Zaunlänge von rund 100 m nur noch 5 (im Vergleich zu 32 Erdkröten im Vorjahr) geborgen und vor einem Verkehrstod gerettet werden. Aufgrund dieser ernüchternden Bilanz sieht sich das Umweltbüro gezwungen im kommenden Jahr keinen Krötenzaun mehr aufzubauen. Die Population an dieser Stelle ist auf einem Tiefpunkt angelangt.

Am Trillerplatz, wo auch ein Abwärtstrend deutlich wird, sehen die Zahlen wie folgt aus: So stehen hier 453 Erdkröten aus dem Vorjahr nur noch 125 aus diesem Jahr gegenüber. Hier gibt es im Vergleich zum Amseltal noch keine Diskussion bezüglich der Notwendigkeit der Amphibienleiteinrichtung.

Warum die Zahlen so gravierend von denen aus dem Vorjahr abweichen, darüber lässt sich nur spekulieren. Ursächlich für diesen Rückgang wird neben der Lebensraumzerstörung (Laichgewässer, Wanderkorridore, Sommer- und Winterlebensräume) auch der intensive Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft oder auch das Auftreten einer Pilzerkrankung bei Amphibien benannt.

Ein großer Dank gilt auch dieses Jahr den freiwilligen Helfern, die diese Artenschutzmaßnahme durch ihre allmorgendlichen und -abendlichen Kontrollgänge unterstützten, auch wenn diese sehr oft ohne Erfolg waren.

Finanzielle Unterstützung erhielt das Umweltbüro der Stadtverwaltung Zwickau für die Errichtung dieser beiden Zäune wieder durch das Land Sachsen im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (EPLR).

Vielen Dank an alle Helfer.

Fördermittelgeber

(Stand: 02.07.19)