Urfaust
Wann?
Wo?
08056 Zwickau
Lage
Beschreibung
Faust bewegt sich entlang der Schwelle zwischen irdischen Wirklichkeiten und dem Jenseits. Der gealterte Wissenschaftler irrlichtert durch die Flure eines Krankenhauses, das von flackernden Neonröhren in weißes Licht getaucht wird. Die Laken der Metallbetten aufgewühlt von Patienten, die längst verschwunden sind.
Zeitlebens war Faust auf der Suche nach Wissen, nach Sinn und Bewusstsein, doch trügerisch sind seine Wiedergänger, die ihn heimsuchen wie Schatten aus der Vergangenheit. Sind sie wahr? Oder waren das auch wieder Trugbilder seiner Fantasie? Und wer oder was ist denn nun der Teufel? Das Verbotene? Oder letztlich man selbst? Wie in einer Endlosschleife verschwimmt die Realität mit den Sehnsüchten und dem Vergangenen.
Der »Urfaust« ist das früheste Dokument von Goethes lebenslanger Beschäftigung mit der heute bekanntesten Tragödie der deutschsprachigen Literaturgeschichte. Das Fragment entstand in Goethes Zwanzigern und ist deutlich direkter verfasst als der feingeschliffene »Faust I«. Doch nicht nur die jugendlich rohe Dichtung, auch seine stringente Erzählweise machen diesen frühen Fauststoff aus. Im Zentrum steht hier weniger Mephisto als vielmehr die allzu menschlichen Tragödien: Unerfüllte Liebe und ein Doktor Faust, der sich aus eigenem Antrieb, aus eigener Verzweiflung in den Untergang stürzt. Das Fragmentarische des Stoffs erscheint gegenwärtig, gestattet dem Publikum eigene Interpretationen und ermöglicht vor allem einen direkten Draht zu den Figuren Faust und Gretchen.
Die Regisseurin Nora Bussenius nimmt die Tragödie ernst und kreiert surreale Welten, die Goethes Sprache Raum zur Entfaltung geben. Gemeinsam mit Lara Belén Jackel erschafft sie zeitlose, fantastische Bilder, in denen sich Fausts Streben nicht nur wiederholt, sondern vervielfacht. Und noch immer bewegt sich Faust entlang der Schwelle.
Soiree und öffentliche Probe am Donnerstag, 26. Februar 2026 im Gewandhaus Zwickau sowie am Mittwoch, 29. April 2026 im Vogtlandtheater Plauen.
»ALLES IN DER WELT LÄSST SICH ERTRAGEN«
Nachgespräch am Sonntag, 22. März 2026
im Anschluss an die Vorstellung im Gewandhaus Zwickau.
Ein scheinbar endlose Abfolge von Krisen taktet das moderne Leben. Kriege, Umweltkatastrophen und Konflikte überlagern die persönlichen Krisen – und umgekehrt. Wie soll man das nur aushalten?
Nachgespräch mit Pfarrerin Insa Lautzas der Stadtkirchgemeinde Zwickau über Resilienz und den Umgang mit multiplen Krisen bei J. W. Goethe und in unserer Gegenwart.
Moderation: Kornelius Luther
Eintritt frei!
Inszenierung
Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)
Besetzung
Regie Nora Bussenius
Bühne und Kostüme Lara Belén Jackel
Musik Sebastian Undisz
Video Gary Hurst
Dramaturgie Kornelius Luther
Faust Klaus Gramüller
Mephisto Ute Menzel
Gretchen Kristin Heil
Fausts Widergänger Daniel Koch, Lev Semenov
Vorstellungstermine
Spielstätte Zwickau 11.03.2026 18:00 Gewandhaus
Spielstätte Zwickau 12.03.2026 18:00 Gewandhaus
Spielstätte Zwickau 13.03.2026 19:30 Gewandhaus
Spielstätte Zwickau 22.03.2026 16:00 Gewandhaus
Spielstätte Zwickau 11.04.2026 19:30 Gewandhaus
Spielstätte Plauen 01.05.2026 19:30 Vogtlandtheater
Spielstätte Plauen 10.05.2026 18:00 Vogtlandtheater